40 Jahre Mondlandung
Nasa kann Mondbilder nicht finden

Drei Jahre hat die Nasa ihre Archive nach den Originalbildern der ersten Mondlandung durchforstet - ohne Erfolg: Die Aufnahmen von dem Jahrhundertereignis bleiben verschollen. Dass sich die Weltraumbehörde für die Bearbeitung der Kopien ausgerechnet an Hollywood gewandt hat, dürfte Verschwörungstheorien neuen Auftrieb geben.
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HB WASHINGTON. 40 Jahre nach der Landung des ersten Menschen auf dem Mond sind die Originalaufnahmen des Jahrhundertereignisses noch immer verschollen. Wie die US-Weltraumbehörde Nasa jetzt eingestehen musste, hat eine dreijährige Suche nach den Magnetbändern keinen Erfolg gebracht.

„Uns ist klar, dass es sich um eine schlechte Nachricht handelt“, sagte Dick Nafzger, der bei der US-Weltraumbehörde Nasa für die Aufnahmen verantwortlich war, auf einer Pressekonferenz in Washington. „Wir haben die Bänder nicht.“ Dafür zeigte die Nasa in Washington erstmals aufwendig restaurierte Aufnahmen der Mondlandung vom 20. Juli 1969, die allerdings von TV-Material und anderen Kopien stammen.

Warum die historischen Original-Bilder, die die beiden „Apollo“- Astronauten Neil Armstrong und Buzz Aldrin während ihres zweistündigen Besuchs auf dem Erdtrabanten aufgenommen haben, verschwunden sind, ist noch immer nicht ganz geklärt. Es heißt, die Nasa habe den Verlust der Bänder erst 2005 bemerkt. Ein Jahr später sei eine Suche eingeleitet worden, die aber bisher kein Ergebnis brachte. Ein offizieller Untersuchungsbericht soll in Kürze veröffentlicht werden.

Insgesamt dürfte es sich um etwa 45 Bänder handeln, schätzt Nafzger. Vermutlich seien die Bänder in den 70er Jahren überspielt und die ursprünglichen Aufnahmen damit für immer vernichtet worden. Allerdings bestehe die Möglichkeit, dass zwei der Bänder sich noch in Australien befinden, wo zwei Satellitenstationen die sensationellen Mondbilder seinerzeit empfangen haben.

Die Nasa verfügt über zahlreiche Kopien der damaligen weltweiten Fernsehübertragungen - diese sind jedoch qualitativ schlechter als die Originale. Damals mussten die Original-Bilder, die Armstrong und Aldrin vom Mond an verschiedene Satellitenstationen auf der Erde sendeten, zunächst auf einen Bildschirm übertragen und dann noch einmal von einer Fernsehkamera aufgenommen werden, bevor sie weltweit ausgestrahlt werden konnten. Dadurch wurden die TV-Bilder unscharf und verschwommen.

Die jetzt vorgestellten Restaurationen wurden von einer Firma in Hollywood gemacht, sagte Nafzger. Es handele sich um digitale Bearbeitungen von Kopien. Die Qualität sei im Vergleich zu altem TV- Material erheblich verbessert worden. Insgesamt gebe es vier Stunden Bildmaterial. Die Arbeiten sollen bis September beendet werden. „Es wird die Öffentlichkeit, Historiker und die Nationalarchive mit Aufnahmen der bestmöglichen Qualität dieses historischen Ereignisses versorgen“, sagte Nafzger.

Der Verlust der Originale sowie die Restaurierung ausgerechnet in Hollywood dürfte den den Anhängern der „Mondlandungs-Lüge“ neuen Auftrieb geben. Nach dieser Verschwörungstheorie war das gesamte Mondunternehmen nur ein gigantisches Spektakel, das in Wahrheit in einem Hollywood-Studio gedreht wurde. Die Technik sei in den 60er Jahren längst nicht so weit gewesen, die Landung eines Menschen auf dem Erdtrabanten zu ermöglichen. Die Amerikaner hätten sich mitten im Kalten Krieg eine Niederlage gegenüber der Sowjetunion im „Wettlauf im Weltall“ nicht leisten können und in letzter Verzweiflung zum großen Betrug gegriffen.

Dagegen meinte Nafzger, bei der Restaurierung habe es keinerlei Manipulationen gegeben. „Da wurde nichts hinzugefügt und nichts getrickst."

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