500 Tage auf engstem Raum: Russen simulieren Flug zum Mars

500 Tage auf engstem Raum
Russen simulieren Flug zum Mars

Es klingt nach Reality-Show, soll aber der Wissenschaft dienen: Russische Forscher sperren demnächst sechs Freiwillige für 500 Tage auf engstem Raum zusammen, um einen Flug zum Mars zu simulieren.

dpa MOSKAU. Im März wird die Finanzierung des bis zu acht Millionen Euro teuren Projekts eingeleitet. Das teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos am Sonntag mit. In einem Raumschiffmodell sollen die Männer einen simulierten Flug zum Nachbarplaneten der Erde überstehen.

Fast zwei Jahre lang werden die 35 bis 55 Jahre alten Testpersonen in einem Labor, einer Küche und einem Schlafraum ohne direkten Kontakt zur Außenwelt durchhalten müssen. Mit dem Experiment sollen Auswirkungen auf das Knochensystem, Änderungen des Immunsystems sowie die Entwicklung der Psyche erforscht werden. Das Projekt war in den vergangenen Jahren mehrfach verschoben worden, nun soll „Mars-500“ Anfang 2006 gestartet werden. Die Auswahl der Testpersonen ist ab Sommer geplant.

Während sich Europäer, Amerikaner und Japaner einen Wettlauf im All um die kühnsten unbemannten Sondenflüge liefern, träumen die Russen weiter von neuen Zielen für die bemannte Raumfahrt. Optimisten gehen davon aus, dass die ersten Menschen bereits in 15 Jahren zum Mars aufbrechen könnten.

Nach Angaben russischer Wissenschaftler sind Kosmonautinnen als Besatzungen für einen realen oder simulierten Flug zum Mars nicht vorgesehen. Für solche Abenteuer seien Frauen zu zart besaitet, meinte der Direktor des Instituts für medizinisch-biologische Forschung, Anatoli Grigorjew, in Moskau.

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