758 US-Forscher protestieren: Staatsgelder fehleingesetzt

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758 US-Forscher protestieren: Staatsgelder fehleingesetzt

Mehr als 700 Wissenschaftler, unter ihnen auch Nobelpreisträger, protestieren gegen die aus ihrer Sicht falsche Vergabe von Forschungsgeldern in den USA.

dpa WASHINGTON/NEW YORK. Mehr als 700 Wissenschaftler, unter ihnen auch Nobelpreisträger, protestieren gegen die aus ihrer Sicht falsche Vergabe von Forschungsgeldern in den USA.

Das Land würde Erreger von Volksseuchen wie Tuberkulose und Syphilis aus den Augen verlieren und konzentriere sich dagegen zu stark auf Bioterrorismus, schreiben sie in einem offen Brief an den Direktor der Staatlichen Gesundheitsforschungsinstitute (NIH) in Bethesda bei Washington, Elias Zerhouni. Das Wissenschaftsjournal „Science“ veröffentlichte den Brief in seiner Ausgabe vom Freitag.

Danach ist seit 2001 ein höherer zweistelliger Millionen-Dollar- Betrag aus der Erforschung weit verbreiteter Bakterien und Viren abgezogen worden, die die Gesundheit der US-Bevölkerung täglich neu bedrohten. In der gleichen Zeit seien Fördergelder für Studien zu Milzbrand- und anderen seltenen Krankheitserregern, die einmal bei einer Bioterrorattacke zum Einsatz kommen könnten, um das 15fache erhöht worden.

Die Protestaktion war von dem Molekularbiologen Richard Ebright von der Rutgers Universität (New Jersey) initiiert worden. Sie wird von den Nobelpreisträgern Sidney Altman, einem Molekularbiologen der Yale Universität, und dem Biochemiker Arthur Kronberg von der Stanford-Universität (Kalifornien) mit getragen.

Nach Angaben des Greenpeace-Magazins (April-Ausgabe) dürfen inzwischen 300 Labore in den USA an biowaffenfähigen Erregern forschen. Dadurch gebe es ein neues Risiko, kritisierte Ebright. Es steige die Gefahr, dass solche Killerkeime aus den Hochsicherheitstrakten entkämen. Noch mehr derartige Labore vergrößerten zudem den Kreis derer, die Zugang zu gefährlichen Mikroorganismen haben.

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