A Boy and His Atom
IBM dreht den kleinsten Film der Welt

Es ist der winzigste je geschaffene Animationsfilm: Der Computerkonzern IBM lässt in einem einminütigen Video Moleküle tanzen und eine Geschichte erzählen. Federführend bei dem Projekt war ein deutscher Wissenschaftler.
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White Plains/USADer Computerkonzern IBM hat mit Hilfe eines hochauflösenden Mikroskops einen Animationsfilm auf molekularer Ebene umgesetzt. Nach Angaben des Guinness-Buchs der Rekorde ist das einminütige Video „A Boy and His Atom“ (Ein Junge und sein Atom) der kleinste je gedrehte Stop-Motion-Film.

Einzelne Kohlenmonoxid-Moleküle werden darin so verschoben, dass sie einen Jungen zeigen, der tanzt, einen Ball wirft und auf einem Trampolin springt. Jeder Frame - die Einzelbilder des Films - misst nur 45 mal 25 Nanometer, stark vergrößert erinnert das kurze Video aber an frühe Videospiele, unterstrichen noch durch die simple Musik und die einfachen Soundeffekte, die den Film untermalen.

Es habe bereits Videos gegeben, in denen Atome in Bewegung gezeigt wurden, so der zuständige Chefwissenschaftler von IBM, der Deutsche Andreas Heinrich. Zum ersten Mal aber werde auf so winziger Ebene eine Geschichte erzählt. „Dieser Film ist eine witzige Art, die atomare Welt zu zeigen“, sagte Heinrich.

Der Deutsche und sein Team nutzten in ihrem Labor in San José in Kalifornien ein ferngesteuertes zwei Tonnen schweres Tunnelmikroskop, um die Aufnahmen zu machen. Das Mikroskop vergrößert eine Oberfläche 100 Millionen Mal und arbeitet bei minus 268 Grad Celsius. Die Temperatur mache den Wissenschaftlern das Leben leichter, so Heinrich. „Die Atome halten still. Bei Zimmertemperatur würden sie sich von alleine bewegen.“

Die Wissenschaftler verwendeten das Mikroskop, um eine winzige spitze Nadel auf einer Kupferoberfläche zu bewegen. Aus einer Distanz von nur einem Nanometer zog die Nadel die Kohlenmonoxid-Moleküle an und bewegte sie auf einen bestimmten Punkt der Oberfläche. Die Punkte, die dann die Figuren bilden, seien die Sauerstoff-Atome im Molekül, sagte Heinrich.

Um das kurze Video zu drehen, machten die Wissenschaftler 242 Einzelaufnahmen, die dann aneinandergereiht wurden. Kleine Veränderungen in der Komposition der unbewegten Bilder suggerieren eine Bewegung, ein Verfahren das im Film als Stop-Motion-Technik bekannt ist.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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