Abbaubare Plastikverpackungen müssen nicht mehr in der Gelben Tonne entsorgt werden
Neue Marktchancen für Biokunststoffe

Verpackungsfolien für Lebensmittel, die auf dem Kompost verrotten, gibt es schon seit langem. Doch in deutschen Supermärkten sind sie bislang nicht zu finden.

HB DÜSSELDORF. Das könnte sich künftig ändern, denn seit Anfang Juni müssen Firmen, die ihre Produkte mit Folien aus biologisch abbaubaren Kunststoffen verpacken, keine Gebühren mehr für den Grünen Punkt zahlen. Dadurch könnten die umweltfreundlichen Materialien nun auch für den deutschen Lebensmittelhandel attraktiv werden.

Nach der dritten Novelle der Verpackungsverordnung müssen kompostierbare Kunststoffverpackungen nicht mehr über die Gelben Tonnen des Dualen Systems erfasst und verwertet werden. Hersteller und Vertreiber haben nur noch sicherzustellen, „dass ein möglichst hoher Anteil der Verpackungen einer Verwertung zugeführt wird“, so der Verordnungstext. Die Verpackungen mit einem Kompostsiegel können nun vom Verbraucher auch in der Biotonne oder im Restmüll entsorgt werden.

„Diese Ausnahmeregelung, die bis 2012 gilt, wird einen wesentlichen Beitrag zur Förderung der Biokunststoffe leisten“, sagt Harald Käb, Vorsitzender der Intereressengemeinschaft Biologisch Abbaubare Werkstoffe (IBAW). Zu den entscheidenden Nachteilen der Biokunststoffe zählte bislang der höhere Rohstoffpreis im Vergleich zu klassischen Kunststoffen wie Polyethylen oder Polypropylen. Durch den Wegfall der Grünen Punkt-Gebühr hat sich die Situation verbessert. „Das macht rund ein Euro pro Kilogramm aus“, sagt Birgit Hunold, Produktmanagerin der Firma Treofan, die kompostierbare Folien auf Polymilchsäurebasis herstellt.

Wachsendes Interesse an biologisch abbaubaren Kunststoffen sieht auch Jürgen Lörcks, der sich als Unternehmensberater auf Bioplastics spezialisiert hat. „Spätestens, wenn petrochemische Kunststoffe immer teuer werden, werden sich die Biokunststoffe auch für billigere Produkte durchsetzen“, sagt der Berater. Da es bislang in Deutschland kaum einen Markt für Biokunststoffe gegeben hat, sind die meisten abbaubaren Polymere im Ausland entwickelt worden. „Die Hersteller versuchen jetzt auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen“, sagt Lörcks.

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