Abenteurer Fossett geht auf Rekordflug

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Abenteurer Fossett geht auf Rekordflug

Nach wochenlangen Wetterkapriolen will der amerikanische Abenteurer Steve Fossett an diesem Montag endlich zu seinem Rekordflug um die Welt aufbrechen.

dpa WASHINGTON. Nach wochenlangen Wetterkapriolen will der amerikanische Abenteurer Steve Fossett an diesem Montag endlich zu seinem Rekordflug um die Welt aufbrechen.

Der 60-jährige Milliardär will mit seinem Spezialflugzug „Globalflyer“ als erster Mensch die Erde in mehr als 70 Stunden allein, ohne aufzutanken und ohne Zwischenstopp umrunden. Der Start sei am Montag für 15.20 Uhr Ortszeit (22.20 Uhr MEZ) in Salina im US-Bundesstaat Kansas vorgesehen, teilte das Team von Fossett mit. Der Rekordflugversuch musste seit Anfang Januar immer wieder wegen des so genannten Jetstreams - eines starken Windes in fünf bis zehn Kilometern Höhe - verschoben werden.

Fossetts Flugzeug gleicht einem „fliegenden Treibstofflager“, weil die Tanks 83 Prozent des Gesamtgewichts ausmachen. Wegen der schweren Tanks ist der „Globalflyer“ gegen Windturbulenzen beim Start anfällig.

Auf mindestens drei und wenn möglich sogar sieben Luftfahrtrekorde der Weltluftsportföderation FAI hat es der durchtrainierte 60-Jährige abgesehen. Fossett hält nach eigenen Angaben bereits 62 Rekorde. Zuletzt fiel er über dem Bodensee mit einem Geschwindigkeitsrekord für Zeppeline und davor mit der schnellsten Weltumseglung mit dem Maxi-Katamaran „Cheyenne“ auf. Als erster Mensch umrundete Fossett 2002 allein mit einem Heliumballon die Welt.

Sein neues Abenteuer hat es in sich. „Es wird einer der schwierigsten Flüge überhaupt werden“, sagt Fossett. Nicht nur wegen der langen Flugzeit, sondern auch, weil das Flugzeug noch nie mit komplett gefüllten Tanks geflogen sei. Weiterhin bereiten ihm schwere Luftturbulenzen und das Risiko von einfrierendem Treibstoff Sorge. Fossett startet in Salina, weil dort die Startbahn mit 3,75 Kilometern eine der längsten in Nordamerika ist.

Der 60-Jährige wird nach Angaben seines Teams in einer Höhe von 15,8 Kilometern und mit einer Reisegeschwindigkeit von rund 460 Stundenkilometern fliegen. Die Route verläuft über Großbritannien, Paris, Rom und Kairo weiter nach Pakistan, Indien, China, Japan und Hawai, bevor mit Los Angeles wieder US-Festland in Sicht ist.

Die meiste Zeit der vorausberechneten 70 bis 80 Stunden sitzt der 60-Jährige im Dunkeln, da er entgegen der Erdrotation fliegt. Obwohl das Flugzeug einen Autopiloten hat, will Fossett nur Nickerchen von höchstens zehn Minuten machen. Da an dem unkomfortablen Einsitzer-Flugzeug wegen des Gewichts an allem gespart wurde, gibt es beispielsweise keine Toilette. Fossett muss sich nach eigenen Worten deshalb mit Urinflaschen behelfen.

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