Aber relativ schwaches Schmerzmittel: Akupunktur ist mehr als ein Placebo

Aber relativ schwaches Schmerzmittel
Akupunktur ist mehr als ein Placebo

Die Schmerz lindernde Wirkung von Akupunktur ist auch nach naturwissenschaftlichen Kriterien nachweisbar. Das belegt eine aktuelle Studie der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

HB JENA. Bisher ist die Methode der traditionellen chinesischen Medizin in ihrer Wirksamkeit stark umstritten. Immer wieder wird der Nadelstich-Medizin eine nachprüfbare physiologische Wirksamkeit abgesprochen. Stattdessen steht das Verfahren im Ruf, nur „psychologisch“ wirksam zu sein: ein „Placebo“.

Dass durch Akupunktur aber eine objektive Schmerzlinderung jenseits des Placeboeffektes erzielt werden kann, haben Mediziner und Psychologen jetzt in einer Studie nachgewiesen. Darin konnte erstmals die Wirkung der Akupunktur anhand der elektrophysiologischen Auswirkungen bei Schmerzreaktionen belegt werden, wie die Forscher im Fachmagazin „Anesthesia & Analgesia“ berichten.

In dem interdisziplinären Forschungsprojekt haben Ärzte und Psychologen freiwillige Probanden unter Narkose Schmerzreizen ausgesetzt und mit elektrischer Nadelakupunktur an traditionellen Schmerzpunkten am Bein behandelt. Die Schmerzreaktionen wurden dabei anhand der Hirnströme gemessen. Durch die Erfassung der Hirnströme wurde die elektrische Antwort des Körpers auf Schmerz mit und ohne Akupunkturbehandlung gemessen und verglichen.

„Die Schmerzreize konnten durch den Einsatz der Akupunktur gedämpft, aber nicht völlig abgeblockt werden“, werten die Forscher die Studienergebnisse. „Das weist darauf hin, dass Akupunktur zwar ein nachweislich wirksames, aber dennoch relativ schwaches Schmerzmittel ist. Also mehr als ein Placebo, aber bei starken Schmerzen möglicherweise in ihrer Wirkung nicht ausreichend.“

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