Absturz von Cryosat
Esa will neuen Polarforschungs-Satelliten starten

Trotz Absturzes ihres Klimaforschungssatelliten Cryosat will die Europäische Raumfahrtagentur (Esa) das Projekt nicht aufgeben. „Wir werden alles tun, um einen zweiten Start hinzukriegen“, sagte die Sprecherin Jocelyne Landeau am Montag in Darmstadt.

dpa DARMSTADT. Die Esa werde sich außerdem offiziell bei der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos darüber beschweren, dass man erst Stunden nach dem Absturz informiert worden sei.

Die Raumsonde war kurz nach dem Abheben von Plessezk (Russland) am Samstag wahrscheinlich in die Lincoln-See nordöstlich Grönlands gestürzt. Ursache war vermutlich, dass sich die zweite Stufe der russischen Trägerrakete Rockot nicht wie geplant von der dritten Antriebsstufe mit dem Satelliten trennte. Bei der 136 Mill. Euro teuren Mission sollte Cryosat drei Jahre lang die Eisdicke an Nord- und Südpol messen, um Daten zum Verständnis des globalen Klimawandels zu sammeln.

Eine Wiederholung des Projektes solle durch finanzielle Umschichtungen ermöglicht werden, sagte Landeau. Mit der Finanzierung sollen sich demnächst die Esa-Mitglieder beschäftigen. Zusätzliche Mittel könnten jedoch dafür nicht bereitgestellt werden. „Der Bedarf (für einen solchen Satelliten) ist da“, betonte die Esa-Sprecherin. Sie ließ offen, wann es zu einem erneuten Start kommen könne. Ein Duplikat von Cryosat gibt es nicht.

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