Adult oder embryonal
Stammzellen brauchen noch Zeit

Die Nachricht kam kurz vor Pfingsten und verunsichert seitdem die Forscherwelt. Mit Hilfe eines neuen Verfahrens lassen sich erstmals sehr stabile und ergiebige adulte Stammzellkulturen herstellen, die nach Ansicht der Forscher viele Eigenschaften embryonaler Stammzellen aufweisen. Vor allem lassen sie sich hervorragend vermehren und besitzen ein hohes Differenzierungspotenzial.

HB DÜSSELDORF. Die von Charli Kruse an der Universität Lübeck in Zusammenarbeit mit Forschern des Fraunhofer-Instituts für Biomedizinische Technik (IBMT) entwickelte Methode könnte zur schier unerschöpflichen Quelle der begehrten Zellen avancieren. Selbst die Regeneration funktionstüchtiger Organe halten die IBMT-Forscher zumindest theoretisch für machbar.

Wird dadurch die Forschung mit embryonalen Stammzellen überflüssig? Bisher galten die aus ethischen Gründen umstrittenen Stammzellen als vielversprechendste Zellquelle. Sie sind sozusagen die Urzellen menschlichen Lebens: Aus einer befruchteten Eizelle entstehen „Bausätze“, die zunächst alles können. Binnen weniger Wochen werden daraus nach einem geheimnisvollen Fahrplan rund 200 verschiedene Zelltypen – zum Beispiel für Nerven, Haut, Herz oder Lunge.

Ob adulte oder embryonale Stammzellen für die Zelltherapie am besten geeignet sind – für die Wissenschaftler mündete die Frage längst in einen Glaubensstreit. Erfolge können beide Seiten vermelden. So gelang es Hans Schöler, dem Direktor des Max-Planck-Institutes für Molekulare Medizin in Münster, sogar aus embryonalen Mäuse- Stammzellen funktionierende Eizellen herzustellen.

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