Ärzte raten bei Alzheimer zu modernen Medikamenten

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Ärzte raten bei Alzheimer zu modernen Medikamenten

Ärzte sollten Alzheimer- und anderen Demenzkranken mehr moderne Medikamente statt Ginkgo-Mittel verordnen. Das geht aus den neuen Therapieempfehlungen hervor, die die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) in Berlin vorstellte.

dpa BERLIN. Ärzte sollten Alzheimer- und anderen Demenzkranken mehr moderne Medikamente statt Ginkgo-Mittel verordnen. Das geht aus den neuen Therapieempfehlungen hervor, die die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) in Berlin vorstellte.

Der Hauptautor der Leitlinie, Hermann-Josef Gertz von der Universität Leipzig, erklärte, moderne Antidementiva könnten den Krankheitsverlauf im Schnitt um ein Jahr verzögern. Die Wirksamkeit der häufig verabreichten Ginkgo-Präparate sei bislang hingegen nicht nachgewiesen.

Untersuchungen zufolge wird nur jeder fünfte Alzheimer-Kranke mit Antidementiva behandelt. Kritiker halten den Nutzen der Präparate angesichts der hohen Kosten für nicht ausreichend und empfehlen eher, das Geld für eine verbesserte Betreuung der Patienten zu verwenden. Deutschlandweit haben etwa eine Million Menschen Demenz- Erkrankungen. Experten rechnen damit, dass sich die Zahl in den kommenden 40 Jahren verdoppelt.

Gertz sagte, in der Neufassung der Therapieempfehlungen habe man zudem vor allem die zusätzliche Behandlung mit Antidepressiva und Neuroleptika aufgenommen. Dadurch sollen Depressionen und Verhaltensstörungen wie eine übergroße Aggressivität behandelt werden.

AkdÄ-Geschäftsführer Heiner Berthold erklärte, die vorgelegten Leitlinien sollen den Vertragsärzten die „Grundlage für eine rationale Therapie“ liefern. Das Papier war zuletzt im Jahr 2001 aktualisiert worden und hatte bereits damals zum Einsatz von Antidementiva geraten.

Zu den Nebenwirkungen von Antidementiva zählen den Therapieempfehlungen zufolge, dass sie häufig Erbrechen, Durchfall und Schlafstörungen hervorrufen. Gertz sagte jedoch, diese Symptome träten meist nur in der Anfangsphase der Behandlung auf und seien kein entscheidendes Problem.

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