Africa2Moon
Schlechter Start für Afrikas Mondrakete

Mit einer in Afrika entwickelten Rakete ein in Afrika gebautes Modul zum Mond bringen – für dieses ehrgeizige Ziel sammelt eine südafrikanische Stiftung Geld im Internet. Bislang allerdings mit mäßigem Erfolg.
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KapstadtEine afrikanische Mondmission? Für viele Menschen offenbar unvorstellbar. Ein entsprechendes Raumfahrt-Projekt droht schon im Planungsstadium an der fehlenden Finanzierung scheitern: Die Africa2Moon-Mission will bis 31. Januar über Crowdfunding im Internet 150.000 Dollar für eine Machbarkeitsstudie sammeln. Bisher brachte das ehrgeizige Projekt allerdings lediglich 13.000 Dollar zusammen.

Im Gegensatz dazu erreichte ein britisches Mondprojekt namens Lunar Mission One ebenfalls übers Internet sein Ziel von fast einer Million Dollar im Dezember ohne Probleme. Afrika hingegen setzen offenbar viele Menschen eher mit Krankheit und Armut gleich, weniger mit Wissenschaft und Raumfahrt.

Kritiker bemängeln denn auch, das Geld sei in anderen Initiativen in Afrika sinnvoller angelegt, beispielsweise bei der Bekämpfung von Ebola und anderen Krankheiten. Auch mangelnde Werbung für die Idee könnte zum schleppenden Spendenaufkommen beigetragen haben.

Die Befürworter der Mondmission sind jedoch überzeugt, dass Investitionen in Bildung den Kontinent am besten voranbringen können. Auch den pessimistischen Blick auf Afrika will die gemeinnützige südafrikanische Stiftung „Foundation for Space Development“ ändern. „Wir haben eine Menge Afro-Pessimismus“, sagt deren Geschäftsführer Jonathan Weltman. „Alles Positive, Aufstrebende oder Zukunftsweisende wird mit Skepsis betrachtet. Doch ich habe keine Zweifel, dass Afrika dies tun kann.“

Die Stiftung wurde im Jahr 2009 vom Leiter des Weltraumlabors der Universität von Kapstadt, Peter Martinez, mitgegründet. Bei der Mission soll eine in Afrika entwickelte Rakete ein in Afrika gebautes Modul zum Mond bringen. Damit wollen die Wissenschaftler größeres Interesse am Studium von Wissenschaft und Technik unter jungen Afrikanern wecken und die Abwanderung hochqualifizierter Absolventen stoppen.

Dass der Süden Afrikas durchaus ein guter Nährboden für Hightech-Forschung ist, belegt unter anderem das Beispiel des weltgrößten Radioteleskops Square Kilometre Array (SKA). 2012 setzte sich Südafrika im Kampf um den Standort des multinationalen Großprojekts gegen starke internationale Konkurrenz durch. Nach Fertigstellung Ende des Jahrzehnts soll das Riesenteleskop den Urknall erforschen, schwarze Löcher untersuchen und in bisher verborgene Bereiche des Universums blicken.

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