Forschung + Innovation
Aids-Hilfe sieht gefährliche Verharmlosung von Aids

Vor einer zunehmenden Verharmlosung von Aids hat die Deutsche Aids-Hilfe (DAH) gewarnt. „Aids wird in der Öffentlichkeit kaum noch als Gefahr wahrgenommen“, sagte DAH-Vorstandsmitglied Sven Christian Finke der dpa anlässlich eine Jahrestagung seiner Organisation in Goslar.

dpa GOSLAR. Vor einer zunehmenden Verharmlosung von Aids hat die Deutsche Aids-Hilfe (DAH) gewarnt. „Aids wird in der Öffentlichkeit kaum noch als Gefahr wahrgenommen“, sagte DAH-Vorstandsmitglied Sven Christian Finke der dpa anlässlich eine Jahrestagung seiner Organisation in Goslar.

Es müsse wieder verstärkt ins Bewusstsein rücken, „dass Aids eine tödliche Krankheit“ ist. Derzeit leben nach DAH-Schätzungen bundesweit bis zu 50 000 Infizierte.

Jährlich infizieren sich nach Finkes Angaben in Deutschland mehr als 2000 Menschen neu mit dem Aids-Virus. „Und die Tendenz ist steigend“. Weil in der Öffentlichkeit aber viel von den verbesserten Behandlungsmöglichkeiten die Rede sei, werde die Gefahr unterschätzt. Dies gelte nicht zuletzt für Politiker, die über die Vergabe finanzieller Mittel an die Aidshilfen zu entscheiden hätten.

Bedenklich sei auch, dass viele Jugendliche das Aids-Risiko nicht mehr ernst genug nähmen. Junge Menschen seien heute über die Krankheit wesentlich schlechter informiert als vor zehn Jahren. „Damals war Aids ein wichtiges Thema“. Heute herrsche dagegen „zum Teil eine erschreckende Unkenntnis über Infektionswege und Ansteckungsgefahren“, sagte Finke. „Viele Jugendliche denken, dass ihnen selbst nichts passieren kann. Sie sehen Aids nur als Problem von Randgruppen.“

Für die derzeit bundesweit rund 120 regionalen Aidshilfe-Gruppen gebe es deshalb viel zu tun. Weil es an Geld fehle, bangten jedoch viele Aids-Hilfen um ihre Existenz. Einige lokale Organisationen hätten bereits aufgeben müssen. Andere könnten den Betrieb nur noch aufrechterhalten, weil die Mitarbeiter auf einen Teil ihres Geldes verzichteten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%