Akzeptabler Wirkungsgrad erreicht
Solarfolie versorgt Handys mit Energie

Fortschritt bei der Entwicklung von Solarfolien. Siemens-Forscher haben den Wirkungsgrad von gedruckten organischen Solarzellen auf einen bisherigen Rekordwert von über 5 % gesteigert. Damit werde die Technologie jetzt am Markt einsetzbar, meldet der Konzern. Martin Pfeiffer, Wissenschaftler am Institut für Angewandte Photophysik (IAPP) der TU Dresden, bewertet die Ergebnisse der Erlanger Kollegen als kleine Sensation.

HB DÜSSELDORF. „Die Entwickler haben bei Wirkungsgrad und Langlebigkeit enorme Fortschritte gemacht“, sagt Pfeiffer. Er führt dies vor allem auf verbesserte Polymere und optimierte Herstellungstechnologien zurück. Als Trägermaterial der Solarzellen dient eine Kunststoff-Folie. Sie wird in einem Druckverfahren mit einer photoaktiven Schicht aus organischen Polymeren beschichtet, die nur 100 Nanometer dünn ist – 200 Mal dünner als ein Haar. Die bis zu 100 Quadratzentimeter großen Prototypen sind leicht, flexibel und können an fast jede beliebige Form angepasst werden.

Bisher wird der Photovoltaik- Markt von Silizium-Modulen dominiert, die trotz starker Kostensenkung noch relativ teuer sind. Daneben wird weltweit an Dünnschicht- Solarzellen auf Glas- und Kunststoff-Basis mit einer dünnen photoelektrischen Schicht aus anorganischen Materialien gearbeitet. Eine Massenproduktion, die durch den geringeren Materialeinsatz stark sinkende Preise ermöglichen könnte, konnte bisher aber etabliert werden.

Die Entwicklung der organischen Solarzellen bei Siemens profitiert von den umfangreichen Forschungen in der Polymerelektronik, die vor allem auf neuartige Photodetektoren für die Glasfaser-Telekommunikation sowie auf hoch auflösende Displays für Mobiltelefone und Digitalkameras zielen. Siemens-Projektleiter Christoph Brabec glaubt, mit dem heutigen Stand der Technik bald sogar einen Wirkungsgrad von etwa 7 % erzielen zu können. Als größten Vorteil der Zelle nennt er die sehr niedrigen Herstellungskosten, die sich bei einer Massenproduktion auf 0,5 Euro je Watt Spitzenleistung senken lassen. Zum Vergleich: Die derzeit marktüblichen Siliziumzellen kosten derzeit etwa 3 Euro – mit sinkender Tendenz.

Seite 1:

Solarfolie versorgt Handys mit Energie

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%