Alexander Gerst auf dem Heimweg

Deutscher Raumfahrer sitzt in der Rückholkapsel

„Es war wunderbar.“ Mit diesen Worten hat sich Alexander Gerst von der Raumstation ISS verabschiedet. Mittlerweile ist der deutsche Astronaut auf dem Weg zurück zur Erde – wo er am frühen Montagmorgen landen soll.
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Und Tschüss! Alexander Gerst winkt zum Abschied von der ISS. Quelle: dpa

Und Tschüss! Alexander Gerst winkt zum Abschied von der ISS.

(Foto: dpa)

MoskauNach fast einem halben Jahr im All hat der deutsche Astronaut Alexander Gerst die letzten Vorbereitungen für seine Rückkehr zur Erde getroffen. Gerst kletterte am Sonntagabend gemeinsam mit dem Russen Maxim Surajew und dem Amerikaner Reid Wiseman in die Sojus-Kapsel, mit der die Männer dann nach letzten Tests von der Internationalen Raumstation ISS abdocken sollten.

„Vielen Dank euch allen, dass ihr mich in den Weltraum begleitet habt. Es war wunderbar dank all eurer Unterstützung!“, schrieb der 38-jährige Geophysiker zum Abschluss seiner Mission über Twitter.

Die Crew der ISS habe die Luken zwischen dem Außenposten der Menschheit und der Sojus geschlossen, teilte die Flugleitzentrale bei Moskau mit. Die Kapsel soll am frühen Montagmorgen in der zentralasiatischen Republik Kasachstan landen. Gerst, der elfte deutsche Astronaut, war dann fast 166 Tage im All. Am Montagabend gegen 18 Uhr wird Gerst auf dem Köln/Bonner-Flughafen erwartet. Er wird dann im Astronautenzentrum des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Köln untersucht.

Deutsche Weltraumlegenden
Sigmund Jähn wird 80
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Der erste Deutsche im All war ein DDR-Bürger. Mit der Rakete „Sojus 31“ startete Sigmund Jähn am 26. August 1978 vom russischen Raumfahrtzentrum Baikonur aus, gemeinsam mit dem sowjetischen Kosmonauten Waleri Bykowski (82). Sieben Tage, 20 Stunden und 49 Sekunden blieb er im All. Am Montag (13. Februar) feiert Jähn nun seinen 80. Geburtstag – ganz privat.

Sigmund Jähn (M.) im September 1978 in Berlin
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Für größere Aktionen fehle ihm einfach die Zeit und auch die Stimmung, teilte der einstige Kosmonaut mit. Dabei ist er nach wie vor sehr populär: Nach seiner Rückkehr aus dem All wurde er in der DDR als Held gefeiert, und auch bei seinen seltenen öffentlichen Auftritten heute ist er vor allem in Ostdeutschland regelmäßig von Autogrammsammlern umlagert.

Sigmund Jähn
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125 Mal umkreiste Jähn den Planeten. An Bord erledigte er seinerzeit zahlreiche Experimente und machte Aufnahmen von der Erde mit der Multispektral-Fotokamera MKF-6 aus Jena. Er hatte auch den Status eines „Angestellten der Deutschen Post im Weltraum“: Mit einer für das All geeigneten Apparatur stempelte er Sonderpostwertzeichen ab.

Sigmund Jähn und Waleri Bykowski
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Am 3. September 1978 landeten Jähn und Bykowski mit einer Kapsel wohlbehalten in der kasachischen Steppe. Der damals 41-Jährige behielt allerdings Schäden an der Wirbelsäule zurück, wie er Jahre später eingestand.

Ulf Merbold und Sigmund Jähn
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Erst 1983 folgte als zweiter Deutscher Ulf Merbold aus dem Westen. Er war als einziger Deutscher dreimal im All. Der Astronaut Merbold und der Kosmonaut Jähn sind seit Jahren befreundet.

Ulf Merbold
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Mehr als 30 Jahre ist es her, dass Ulf Merbold als erster Westdeutscher ins All flog. 1983 war das, beim Jungfernflug des europäischen Raumlabors „Spacelab“. Und er war der erste Ausländer an Bord eines US-Raumschiffs überhaupt. „Erleichtert und glücklich“ sei er damals gewesen, unter mehr als 2000 Bewerbern ausgewählt worden zu sein, sagt Merbold heute.

Gefragter Gesprächspartner
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Dass Ulf Merbold als einziger Deutscher dreimal im Weltall war und auch sonst mit Rekorden aufwarten kann, lässt ihn auch nach mehr als zehn Jahren im Ruhestand nicht los. Noch immer ist der deutsche Raumfahrer ein gefragter Gesprächspartner. Dabei mahnt er vor allem immer wieder die Europäer, sich stärker einzubringen bei der Erforschung des Alls – und den Weltraum nicht den Russen, Chinesen und US-Amerikanern zu überlassen.

Die Nachfolger der beiden ersten deutschen Raumfahrer sind längst zu gefragten Experten im Weltraum geworden, wie der folgende Überblick belegt.


Vor dem Einstieg in die Sojus hatten die drei Rückkehrer gemeinsam mit den drei verbleibenden Raumfahrern ein Abschiedsessen eingenommen. Dabei übergab Surajew das Kommando der ISS an den US-Amerikaner Barry Wilmore. Außer Wilmore arbeiten noch der Kosmonaut Alexander Samokutjajew sowie Jelana Serowa, die erste Russin im All seit 17 Jahren, auf der ISS in rund 400 Kilometer Höhe.

  • dpa
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