Alternative Kraftstoffe
Bomber tanken Biosprit

Mit dem Einsatz von alternativen Treibstoffen will die US Air Force künftig die Abhängigkeit von Öl-Importen verringern und sich zudem besser gegen steigende Rohölpreise absichern. Gleichzeitig könnte der Ausstoß von CO2 sowie Rußpartikeln sinken. Als wegweisend gilt dabei eine jüngst abgeschlossene Testreihe mit einem Bomber vom Typ B-52 Stratofortress.

HAMBURG. Bei dem Bomber wurde synthetischer Kraftstoff genutzt. Die erste Bilanz der Verantwortlichen bei der Air Force fällt positiv aus. Aufgenommen wurden die Versuche bereits im vergangenen Herbst. Am 19. September war eine B-52 von der Edwards Air Force Base in Kalifornien gestartet. Bei zwei von insgesamt acht TF33-Strahltriebwerken kam eine 50:50-Mischung aus dem herkömmlichem JP-8-Jet Fuel und einem synthetischen Treibstoff zum Einsatz, den die Firma Syntroleum in Tulsa auf Basis des während der 20er Jahre in Deutschland entwickelten Fischer-Tropsch-Verfahrens aus Erdgas hergestellt hatte.

„Die beiden Triebwerke liefen genauso gut wie diejenigen, die ausschließlich mit JP-8 befeuert wurden“, sagt Ronald Sega, Undersecretary der US Air Force – der frühere Pilot und Luftwaffen-General gehörte beim ersten Testflug zur Mannschaft. Der Versuch sei ein erster Schritt innerhalb eines langen Prozesses zur Prüfung von alternativen Treibstoffen.

Technische Änderungen mussten beim Einsatz der neuen Mischung nicht vorgenommen werden. Es konnte sogar ein Vorteil der Sprit-Mischung beobachtet werden. Sie produziert sichtbar weniger Rauch als der konventionelle Düsen-Treibstoff. Es wurden 20 bis 40 Prozent weniger Rußpartikel ausgestoßen als bei Kerosin JP-8. Auch Versuche, bei denen alle acht Triebwerke des Flugzeugs mit dem neuen Treibstoffgemisch betrieben wurden, liefen ohne Störungen ab. Derzeit wertet die US Air Force abschließende Tests aus, die im Januar auf der Minot Air Force Base in North Dakota starteten. Dabei wurde der alternative Kraftstoff bei starkem Frost erprobt.

Die Ergebnisse des Winterbetriebes sowie der anderen Flugtests werden noch ausgewertet. Es geht vor allem um die Beurteilung von thermischer Stabilität, Fließ- und Verbrennungs-Eigenschaften sowie der Reinheit. Das abschließende Urteil soll zwar erst im Juni bekannt gegeben werden. Doch sind offenbar keine größeren Probleme aufgetreten.

Der Treibstoffverbrauch der amerikanischen Luftwaffe liegt bei zwölf Milliarden Litern pro Jahr. Im Inland produzierte Kraftstoffe könnten die Abhängigkeit von Öl-Importen verringern. Denn Rohstoffe für die Produktion der synthetischen Variante hat das Land reichlich: Die Kohlevorkommen reichen nach Expertenschätzungen für die nächsten 300 Jahre. Hinzu kommen umfangreiche Erdgas-Vorräte.

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