Alternative zu DSL
Satellit versorgt ländliche Gebiete mit schnellem Internet

Einen Internetsatellit mit Rückkanal hat Eutelsat im All positioniert. Der Himmelskörper versorgt ab November verschiedene europäische Länder mit einer schnellen Internetverbindung, über die nicht nur Daten empfangen, sondern auch verschickt werden können. In Deutschland ist die Satellitenverbindung vor allem in ländlichen Gebieten eine Alternative zu DSL.

MÜNCHEN. Die Ariane-5- Trägerrakete, die Ende Spetember mit der ersten europäische Mondsonde Smart-1 vom Raumfahrtzentrum Kourou in Französisch-Guayana ins All gestartet ist, hatte zusätzlich zwei Kommunikationssatelliten an Bord. Einer davon ist der von Boeing gebaute „eBird“. Mit diesem rückkanalfähigen Internet-Satellit will Eutelsat künftig verbesserte Online-Dienste in Europa anbieten. Nach einer Reihe von Tests wird „eBird“ im November auf der Orbitalposition 33° Ost in Betrieb gehen. Das Surfen im Internet per Satellit ist zwar auch schon heute möglich, doch dafür benötigen die Nutzer zusätzlich eine Telefonleitung für den Rückkanal.Der neue Satellit ist auf die asymmetrische Struktur des Internets zugeschnitten. Damit sind die unterschiedlichen Kapazitätsanforderungen im Hin- und Rückkanal gemeint. Während in der Regel von Satellit zum Empfänger auf der Erde große Datenmengen übertragen werden, müssen in der umgekehrten Richtung – beispielsweise zum Aufrufen einer Seite – vergleichsweise geringe Datenmengen transportiert werden. Daher besitzt der „eBird“ mehr Kapazität für das Laden von Informationen als für den Rückkanal.

Vier Beamspots ermöglichen regionale Angebote

Für den Empfang reichen Satellitenantennen mit einem Durchmesser von unter einem Meter aus. Die Anfragen werden über den Satellit an die Internet-Station des Providers am Boden übertragen, der dann die angeforderten Daten über den Satellit an den Kunden verteilt. Der „eBird“ besitzt vier so genannter Beamspots, die verschiedene Regionen in Europa unterschiedlich stark ausleuchten. Mit dieser Technik können Provider künftig spezielle regionale Angebote steuern. Deutschland ist neben anderen europäischen Ländern ein wichtiger Zielmarkt für den neuen Internet-Übertragungsdienst. Denn hier zu Lande liegen, so Eutelsat, über 6,7 Millionen Haushalte und rund 550 000 kleinere und mittlere Unternehmen außerhalb der Reichweite von DSL-Leitungen, die schnelle Internetverbindung per Telefonkabel realisieren. Diese schnellen DSL- Breitbandverbindungen werden von der Deutschen Telekom und regionalen Anbietern nur in Ballungsgebieten offeriert. Experten schätzen, dass derzeit durchschnittlich rund 25 % der Bevölkerung und zwischen 10 bis 40 % der kleinen und mittleren Unternehmen in den EU-Staaten und in den neuen Beitrittsländern noch keinen Zugang zum Breitband haben. Allein in Westeuropa liegen immer noch rund 80% der Flächen außerhalb der Reichweite terrestrischer Breitbandanschlüsse Es gab zwar in den USA bereits einen erstes Angebot von Rückkanalübertragungen via Satellit (von Dilat und Hughes Networks). Dieser Service ist jedoch sehr teuer und richtet sich auf Grund des hohen Preises ausschließlich an professionelle Nutzer.

Der Internetzugang via Weltall ist zunächst recht teuer

Doch auch der Internetzugang über den „eBird“ wird am Anfang nicht billig sein: Michael Gordon von Eutelsat rechnet derzeit noch mit einmaligen Kosten von etwa 1 500 Euro für das Empfangsgerät und monatlichen Gebühren von 150 bis 200 Euro. Das ist weit mehr als die Anbieter von DSL-Verbindungen ihren Kunden in Rechnung stellen. Doch durch eine nun möglich Standardisierung sei eine Kostensenkung in Richtung verbrauchergerechter Gebühren nur noch eine Frage der Zeit, sagt Gordon .

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%