Alternativer Nobelpreis verliehen
„Sie haben keine Angst, den Mächtigen die Wahrheit zu sagen“

Sie suchen in Trümmern nach Verletzten, helfen Flüchtlingen und schreiben gegen einen autoritären Staat. Für die Gewinner des Alternativen Nobelpreises soll die Auszeichnung eine Ermutigung sein, die Arbeit fortzusetzen.
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StockholmIn Stockholm sind am Freitagabend vier Preisträger mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet worden. Es seien Menschen, die trotz aller Widrigkeiten für die grundlegenden Rechte auf Leben, Gleichheit, Bildung und Meinungsfreiheit kämpften, sagte der Gründer des Right Livelihood Award, Jakob von Uexküll. „Sie haben keine Angst, den Mächtigen die Wahrheit zu sagen.“

Der Right Livelihood Award wird traditionell an Kämpfer für Menschenrechte, Umweltschutz und Frieden vergeben. In diesem Jahr gab es vier Gewinner, die sich das Preisgeld von drei Millionen schwedischen Kronen (rund 313.000 Euro) teilen müssen.

Doch nicht alle Preisträger konnten die Auszeichnung bei der Zeremonie im Vasa-Musum persönlich entgegennehmen. Die ägyptische Frauenrechtlerin Mozn Hassan durfte nicht nach Schweden reisen. Sie wurde per Video zugeschaltet und sagte, die Auszeichnung bedeute für sie, dass die Welt Feministinnen in Ägypten nicht als Randfiguren, sondern als wesentliche Akteure für den Wandel wahrnehme.

Auch die Journalisten der türkischen Oppositionszeitung „Cumhuriyet“ konnten nicht persönlich an der Verleihung teilnehmen. Sie sitzen wegen Terrorverdachts im Gefängnis. Zeynep Oral, die Präsidentin der türkischen Pen-Gesellschaft, die die Auszeichnung stellvertretend entgegennahm, sagte: „Der Preis zeigt, dass wir nicht allein sind in diesen schwierigen Zeiten, die von Aggression und Gewalt dominiert sind. Dass wir keine Angst haben sollten.“ Die Auszeichnung zeige der ganzen Welt, dass sie nicht aufgeben und ihre Werte nicht verleugnen werden, weil sie unterdrückt werden, so Oral.

Raed al Saleh von der syrischen Hilfsorganisation Weißhelme sagte, er nehme die Auszeichnung stellvertretend für die syrischen Zivilisten entgegen, die jeden Tag schrecklichen Bombenangriffen ausgesetzt sind. Hinter den Weißhelmen stecken 3000 Freiwillige, die Verletzte aus Bombentrümmern retten und die Infrastruktur wieder instandsetzen.

Die Russin Svetlana Gannushkina, die in ihrer Heimat Flüchtlingen hilft, warnte vor den rechten, politischen Kräften in der Welt. Sie würden mit Anti-Einwanderungs-Slogans vorgeben, ihre Landsleute schützen zu wollen. „Radikalisierung ist eine ernsthafte Herausforderung an die zivile Gesellschaft“, sagte sie.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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