Alternatives Verfahren
Tüftler erleichtern die Sanierung der Fußbodenheizung

Es ist der Horror für jeden Nutzer einer Fußbodenheizung: Rost und Schlamm, die die Heizung erst zum Energiefresser machen und dann zu Lecks führen, die aufwändig repariert werden müssen. Ein alternatives Sanierungsverfahren der Schweizer Firma LSE System für Fußbodenheizungen spart nicht nur Kosten, sondern auch Energie.

clo BERLIN. Die alternative Innenrohrsanierung namens HAT-System arbeitet mit Epoxydharz. „Es ist das weltweit einzige System zur Innensanierung von Fußboden- und Deckenstrahlheizungen“, sagt Werner Näf, Mitglied der Geschäftsleitung. Gegenüber herkömmlichen Methoden falle die Sanierung um bis zu 75 Prozent billiger aus. Zudem blieben Wohnungen und Büros derweil benutzbar. Die Kosten liegen pro Heizkreis bei etwa 1 500 Euro. Im Schnitt dauert die Sanierung der Fußbodenheizung im Einfamilienhaus vier bis fünf Arbeitstage.

Zunächst werden die Rohrinnenflächen gereinigt, wofür ein auf den jeweiligen Verkrustungsgrad abgestimmtes Granulat mit Druckluft durch die Rohre gepustet wird. „Selbst kleinste Winkel und Verzweigungen werden erfasst. Am Rohrende saugt eine Recyclingmaschine das Granulat und die Korrosionsrückstände ab“, erklärt Näf. Danach wird der Leitungsverlauf detailliert rekonstruiert und berechnet, um die benötigte Menge Epoxydharz exakt bestimmen zu können. Auch das Harz wird mit Druckluft durch das Rohrsystem geblasen. Sobald überschüssiges Material am Ende der Leitung austritt, werden Druck und Luftvolumen reduziert, damit das an den Rohrwänden haftende Harz nicht mehr weiterfließen kann. Näf: „Die vollständige Beschichtung verhindert eine weitere Versprödung der Kunststoffrohre und glättet die Rohrinnenflächen. Danach sind die Rohre im Neuwertzustand.“ Die Lebensdauer verlängere sich um bis zu 20 Jahre.

Das Schweizer Verfahren wurde zunächst für Trinkwasserleitungen entwickelt und nun – leicht abgewandelt – für Fußbodenheizungen aus Kunststoff und Metall angepasst. Die Wasserleitungssanierung hat sich bereits in der Praxis bewährt. Das Dresdner Institut für Materialforschung und Anwendungstechnik IMA hat vier Häuser mit mehr als 200 Wohneinheiten untersucht, deren Trinkwasserleitungen vor zehn bis 15 Jahren mit dem Verfahren saniert worden sind: Es zeigten sich keine neuen Ablagerungen und Korrosionsschäden – auch das Trinkwasser zeigte keine Rückstände.

Dass Kunststoffrohre überhaupt anfällig sind, liegt daran, dass das Material versprödet und sauerstoffdurchlässig wird. Wandert Luft in den geschlossenen Heizkreislauf, rosten metallische Teile der Anlage. Dieser Rost und Ablagerungen lassen das Heizsystem verschlammen. Am Ende dieses schleichenden Prozesses fallen Armaturen aus, Räume werden nicht mehr warm – oder nur noch mit hohem Energieaufwand. Fachleute raten daher, nach spätestens 20 Jahren eine Fußbodenheizung überprüfen zu lassen. Unterbleibt bei ernsthaften Schäden eine Sanierung oder sind die Rohre gerissen, hilft auch kein Epoxydharz mehr – dann bleibt wirklich nur die Totalsanierung.

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