Altes Ägypten
Verkalkte Pharaonen

Verstopfte Gefäße waren unter Herrschern im Alten Ägypten häufig. Auch damals begünstigten schlechte Ernährung und Bewegungsmangel die Arterienverkalkung, sagen Forscher.
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HamburgMehr Bewegung und eine weniger kalorienreiche Kost hätten das Leben der vor rund 3500 Jahren gestorbenen ägyptischen Prinzessin Ahmose-Merit-Amun möglicherweise verlängert. Die Tochter von Pharao Seqenenre Tao II. litt an Gefäßverkalkung und starb mit Mitte 40 vermutlich nach einem Herzinfarkt infolge einer Arterienverstopfung.

Die Prinzessin war damit keine Ausnahme: Amerikanische und ägyptische Wissenschaftler hatten 52 Mumien im Ägyptischen Museum in Kairo mit Hilfe eines Computertomografen untersucht. Rund die Hälfte davon zeigte Anzeichen einer Atherosklerose. Das Ergebnis des Mumien-Scans präsentierten die Forscher auf der 10. Internationalen Konferenz für Herz- und Gefäßdiagnostik (ICNC) in Amsterdam.

Dass Arterienverkalkung auch im Alten Ägypten vorkam, hatte die Ägyptologin Rosalie David von der Universität Manchester bereits Anfang 2010 im Medizin-Journal The Lancet berichtet. Auch im chinesischen Bürgertum um 700 vor Christus und unter kanadischen Eskimos (Funde reichen hier bis 1500 Jahre vor Christus zurück), die sich fast ausschließlich von Fleisch ernährten, kam es nach heutigem Forschungsstand schon zur Verkalkung der Gefäße.

Erste Anzeichen dafür fanden Mumien-Forscher bereits Anfang des 20. Jahrhunderts. Dank der Computertomografie lassen sich die Gefäße der einbalsamierten Toten heute aber viel genauer untersuchen.

Die Forscher um Adel Allam von der Al-Azhar-Universität in Kairo und Gregory Thomas von der Universität Kalifornien in Irvine konnten in ihrer Veröffentlichung im Fachmagazin Journal of the American College of Cardiology (JACC) mit den Krankheitsdaten der Pharaonentochter Ahmose-Merit-Amun nun die älteste nachgewiesene Herzerkrankung durch Atherosklerose präsentieren.

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