Amphibien Eingeschleppter Pilz löst Massensterben aus

Der weltweite Handel mit asiatischen Salamandern und Molchen für die private Tierhaltung hat offenbar katastrophale Folgen für deren europäische Verwandte: Sie werden von einem eingeschleppten Pilz getötet.
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Ein Feuersalamander, der mit dem Pilz Batrachochytrium salamandrivorans infiziert ist. Der Pilz bedroht die Bestände europäischer Salamander und Molche. Quelle: dpa

Ein Feuersalamander, der mit dem Pilz Batrachochytrium salamandrivorans infiziert ist. Der Pilz bedroht die Bestände europäischer Salamander und Molche.

(Foto: dpa)

MerelbekeEine Pilzerkrankung bedroht die Bestände europäischer Salamander und Molche. Der Hautpilz wurde vermutlich mit dem Tierhandel aus Asien eingeschleppt, wie ein internationales Forscherteam im Fachmagazin „Science“ berichtet. In den Niederlanden und in Belgien kam es mehrfach zu Ausbrüchen der Pilzerkrankungen, von der vor allem Feuersalamander heimgesucht werden.

Wissenschaftler aus Belgien hatten bereits vergangenes Jahr den Pilz Batrachochytrium salamandrivorans, den „Salamanderfresser“, als Ursache des mysteriösen Sterbens ausgemacht. In der nun vorgestellten Studie haben sie die Gefährlichkeit und Verbreitung des Erregers genau untersucht.

Diese Arten sind vom Aussterben bedroht
IUCN präsentiert aktualisierte Rote Liste bedrohter Arten
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Einige Tiere kamen 2012 neu auf die Rote Liste gefährdeter Arten. Neu auf der Liste ist beispielsweise der hier gezeigte Schwarzleguan (Ctenosaura nolascensis).

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Ebenfalls neu auf der Liste ist der Tigerpython (Python bivittatus) mit seinem an das Raubtierfell erinnernden charakteristischen Muster. Diese Unterart des Indischen Pythons gehört zu den sechs größten Schlangenarten der Welt. Wild lebende Tiere werden im Schnitt 3,70 Meter lang, das größte vermessene Exemplar kommt sogar auf 5,74 Meter.

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Das Bild zeigt einen bedrohten Caqueta-Springaffen (Callicebus caquetensis). Diese Primaten-Art wurde erst im Jahr 2010 entdeckt, weshalb noch wenig über die Affen bekannt ist. Experten schätzen den Bestand auf etwa 250 Tiere. Die Art kommt in der kolumbianischen Provinz Caqueta vor, das genaue Verbreitungsgebiet ist aber noch unbekannt.

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Die Riesensepia (Sepia apama) kommt ebenfalls 2012 neu auf die Rote Liste. Die Art kommt nur an der West-, Süd- und Ostküste Australiens vor. Sie gehört zu den größten bekannten Sepia-Arten. Einige Exemplare bringen mehr als zehn Kilogramm auf die Waage.

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Aber es gibt auch positive Nachrichten. So wurde beispielsweise ein als ausgestorben geltender Frosch in Israel wiederentdeckt: Der weiß gepunktete Israelische Scheibenzüngler (Discoglossus nigriventer) wird nun als „stark vom Aussterben bedroht“ gelistet, nachdem er 1996 bereits als ausgestorben klassifiziert worden war. Die Art kommt in der Nähe des Hula-Sees in Israel vor. Am 16. November 2011 wurde wieder ein Exemplar in dem Gebiet gesichtet, wenige Wochen später ein zweites.

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Der Große Feuerfalter (Lycaena dispar) gilt auf der Liste der IUCN (International Union for Conservation of Nature) als stark gefährdet. Der Schmetterling lebt in europäischen Mooren und auf Feuchtwiesen, vor allem in Flusstälern großer Flüsse. Sie bevorzugen zudem kleinere Schilfrohrbestände. Da in den vergangenen Jahren diese Lebensräume immer seltener geworden sind, wurden auch die Bestände des Großen Feuerfalters stark dezimiert.

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.Der Netz-Peitschenschwanz-Rochen (Himantura leoparda) ist dieses Jahr neu in die Rote Liste aufgenommen worden. Trotz aller Schutzbemühungen nimmt allgemein die Zahl der bedrohten Arten zu. Von den knapp 64.000 untersuchten Tier- und Pflanzenarten seien fast 20.000 vom Aussterben bedroht, berichtet die IUCN.

Sie infizierten zunächst 35 Arten von Froschlurchen, Schwanzlurchen und Schleichenlurchen absichtlich mit Pilzsporen. Zu den Froschlurchen zählen Frösche und Kröten. Nur die Schwanzlurche, zu denen Salamander und Molche gehören, erkrankten. Viele von ihnen starben.

Als nächsten testeten die Forscher, wie verbreitet der Pilz im Freiland ist. Sie suchten auf der Haut von mehr als 5000 Amphibien von vier Kontinenten nach genetischen Spuren des Pilzes. Wiederum wurden sie nur bei den Schwanzlurchen fündig. Und zwar nur bei Schwanzlurchen aus Ostasien, wo der Pilz den Tieren keine Probleme bereitet, und bei Schwanzlurchen aus den Niederlanden und Belgien, wo Krankheitsausbrüche festgestellt worden waren.

Weitere Experimente belegten, dass einige asiatische Salamander eine Infektion überstehen und erfolgreich bekämpfen können. Diese Ergebnisse sprechen dafür, dass der Pilz ursprünglich aus Asien stammt und sich die dortigen Schwanzlurche an ihn angepasst haben, schreiben die Wissenschaftler. Dort wurde der Pilz auch bei hundertjährigen Museumsexemplaren gefunden.

Die Forscher vermuten, dass der Pilz über den Tierhandel nach Europa kam. In drei Exemplaren eines vietnamesischen Krokodilmolchs, von denen zwei 2010 nach Europa importiert worden waren, konnten sie den Pilz auch nachweisen.

Viele Amphibien-Arten sind gefährdet
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1 Kommentar zu "Amphibien: Eingeschleppter Pilz löst Massensterben aus"

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  • Kann so ein Pilz nicht einmal (zur Abwechslung) unsere Politiker befallen? Denn anders als diese haben die Amphibien Mitleid verdient

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