Amylose-freie Kartoffel
Gentechnik verbessert Zucht von Kartoffeln

Forscher optimieren die Pflanze für industrielle Zwecke: Die Knolle enthält zwei Arten von Stärke, die nun getrennt werden sollen.

HB DÜSSELDORF. Gentechnik in Nahrungsmitteln wird kaum akzeptiert. So werden die meisten Nutztiere und -pflanzen auch weiterhin auf klassischem Wege mittels Züchtung „weiterentwickelt“. Das dauert lange und führt nicht immer zu den gewünschten Ergebnissen. Ein Weg aus diesem Dilemma ist die Verquickung beider Techniken. So lassen sich mit Erkenntnissen aus der Gentechnik die Zuchterfolge verbessern. Ein Beispiel ist die Kartoffel.

Die Knolle enthält zwei Arten von Stärke. Zur Verwendung als Speisestärke oder Klebemittel ist aber nur eine gefragt: das Amylopektin. Eine industrielle Trennung von der ungeliebten Stärke Amylose ist aufwendig. Deshalb wollen Forscher des Fraunhofer-Instituts für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie der Kartoffel ihre „schlechte“ Stärke austreiben. Gefördert werden sie dabei von der bundesfinanzierten Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe.

Aus der Gentechnik ist bekannt, dass nur ein einziges Gen ausgeschaltet werden muss, damit die Kartoffel keine Amylose mehr bildet. Dazu behandeln die Forscher Samen mit Ethylmethansulfonat, einer Substanz, die schon seit langem in der Züchtung eingesetzt wird. Sie erzeugt zufällige Punktmutationen im Erbgut. Diese analysieren die Wissenschaftler und wählen Pflanzen aus, deren „Amylose-Gen“ beschädigt ist, um sie dann in mehreren Schritten weiter zu züchten. Die besten Pflanzen werden abschließend gekreuzt. Bis die ersten amylosefreien Zuchtkartoffeln auf dem Acker blühen, werden aber noch Jahre vergehen. Die Amylose-freie Genkartoffel hingegen gibt es schon, nur darf sie in Deutschland nicht angebaut werden.

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