Anbandeln im All
„Discovery“ dockt nach kleinem „Rumms“ an

Die Raumfähre „Discovery“ ist auf dem Weg zur Internationalen Raumstation (ISS) von einem unbekannten Gegenstand getroffen worden. Die US-Weltraumbehörde NASA bestätigte in der Nacht zum Dienstag, dass Sensoren einen „leichten Einschlag“ an der linken Tragfläche gemeldet hätten. Trotzdem dockte das Shuttle problemlos an die ISS an. Zuvor verlangte Kommandant Mark Polansky der „Discovery“ noch eine gymnastische Übung ab.

HB HOUSTON. Die US-Raumfähre „Discovery“ hat planmäßig an der Internationalen Raumstation ISS angedockt, teilte die Nasa in der Nacht zum Dienstag mit. Zuvor musste das Shuttle einen Rolle rückwärts absolvieren – Kommandant Mark Polansky drehte die Discovery Shuttle ein Mal um 360 Grad. So konnten die Astronauten in der Raumstation Bilder von der Unterseite der Fähre machen, die auf ihrem Rückflug zur Erde den deutschen Astronauten Thomas Reiter mitnehmen soll.

Besonderes Augenmerk galt dabei dem Hitzeschild, mit Blick auf die „Columbia“-Katastrophe vor drei Jahren. Weil damals beim Start ein abgebrochenes Stück Isolierschaum das Hitzeschild beschädigt hatte, brach die Raumfähre beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre auseinander und alle sieben Astronauten an Bord kamen ums Leben. Die Nasa gab nach einer ersten Prüfung Entwarnung. Es sei nichts Auffälliges entdeckt worden.

„Die ISS ist wunderschön“

Nach dem Andocken an der ISS benutzten die Shuttle-Astronauten den Roboterarm der Raumstation, um den Einschlag zu untersuchen. „Es sieht so aus, als ob etwas vorgefallen wäre“, sagte der NASA-Einsatzleiter John Shannon. Bei der vorangegangenen Inspektion sei an dem Flügel noch nichts Auffälliges bemerkt worden. Der Sensor habe eine Berührung oder Einschlag gemeldet, der als nicht Besorgnis erregend eingestuft worden sei.

Nachdem sich die Verbindungsluken öffneten, hießen die drei ISS-Besatzungsmitglieder, darunter der deutsche Astronaut Thomas Reiter, die Shuttle-Astronauten an Bord der Raumstation willkommen. Reiter, der seit Juli in der ISS arbeitet, will in einer Woche mit der Shuttle-Besatzung zur Erde zurückkehren. Für ihn bleibt die Astronautin Sunita Williams im All, die ihr „neues Zuhause“ freudig begrüßte. „Es ist wunderschön“, sagte sie beim Betreten der ISS. Williams ist die dritte Frau in einem Langzeiteinsatz im All.

Die Besatzung der „Discovery“ hat ein schweres Arbeitspensum vor sich. Unter anderem sollen die sieben Astronauten die ISS in den folgenden zwölf Tagen neu verkabeln, um sie für den Einbau weiterer Forschungsmodule vorzubereiten. Die Aufgaben gelten als kompliziert, weil die Stromversorgung an der ISS nicht komplett abgeschaltet werden darf. Die Nasa muss die Station bis 2010 fertig stellen, dann werden die Raumfähren ausgemustert. Bis dahin sind weitere 13 Shuttle-Flüge geplant. Derzeit ist die ISS zur Hälfte fertig gestellt.

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