Anousheh Ansari
Weltraumtouristin auf der ISS am Ziel

Die erste Weltraumtouristin Anousheh Ansari (40) ist am Mittwoch mit zwei Raumfahrern in der Internationalen Raumstation ISS angekommen. Wenige Stunden nach dem Andocken der russischen Sojus-Kapsel an der ISS wurden Ansari von der bisherigen Besatzung begrüßt.

dpa MOSKAU. Unterdessen konnten die Astronauten des US- Raumgleiters „Atlantis“ aufatmen: Das mysteriöse Flugobjekt, das die Raumfähre auf ihrer Rückkehr zur Erde begleitet, hat den Hitzeschild des Orbiters nicht beschädigt. „Alles ist in Ordnung für den Wiedereintritt. Es gibt weder Schäden noch fehlende Teile“, sagte der Shuttle-Programmdirektor der US-Raumfahrtbehörde Nasa, Wayne Hale, am Mittwoch in Houston (Texas).

Die Sojus-Kapsel mit Anousheh Ansari hatte nach Angaben der russischen Flugleitzentrale bei Moskau wenige Minuten früher als geplant um 7.21 Uhr Mesz an der ISS angedockt. Alle sechs Raumfahrer, darunter der Deutsche Thomas Reiter, blickten freudig in die Kamera, die erste Bilder des Treffens zur Erde funkte. Nach dem Eintreffen der Raumfahrer in der Station durfte als erster Ansaris Ehemann Hamid seiner Frau per Videoverbindung gratulieren. „Glückwunsch zum Start und zum erfolgreichen Andocken! Anousheh, die ganze Welt schaut auf Dich“, sagte er.

Ansari und ihre Kollegen waren am Montag vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet. Nach drei Männern hatte Ansari als erste Frau für mehr als 20 Mill. Dollar (15,9 Mill. Dollar) ein Touristenticket für die ISS gelöst. Auch in ihrer Heimat Iran löste ihr Raumflug Begeisterung aus. „Wir sind stolz auf dich. Jeder Moment Deines Fluges ist atemberaubend“, schrieben iranische Ansari-Fans im Internet. Ansari trug auf ihrem Raumanzug die Flaggen ihrer verfeindeten Heimatländer Iran und USA.

Während des Rückflugs der „Atlantis“ von der ISS hatte die Nasa am Dienstag plötzlich einen parallel zur Raumfähre fliegenden Gegenstand entdeckt, der den Hitzeschild beschädigen könnte. Doch am Mittwochabend (Mesz) kam dann die Entscheidung: Die „Atlantnis“ soll an diesem Donnerstag um 12.22 Uhr Mesz auf dem US-Weltraumbahnhof in Cape Canaveral landen. Auch die Wettervorhersage sei exzellent, sagte Hale. „Das Leben ist wirklich schön, heute Morgen.“

Ursprünglich sollte die Raumfähre nach elftägigem Weltraumeinsatz am Mittwoch in Cape Canaveral in Florida landen. Der kleine schwarze Gegenstand in unmittelbarer Nähe der „Atlantis“ hatte aber eine weitere Sicherheitsinspektion ausgelöst. Nach den Worten des Direktor bei der US-Raumfahrtbehörde, Steve Stich, sind solche im All herumfliegenden Gegenstände keineswegs ungewöhnlich. Im grellen Sonnenlicht würden sie noch weitaus größer aussehen als sie seien. Bei dem fünf mal 13 Zentimeter großen Teil handelt es sich nach den Worten Hales entweder um ein Stück Eis oder ein so genanntes Abstandsstück zwischen Hitzekacheln, das vor dem Start versehentlich nicht entfernt wurde.

Der deutsche Astronaut Reiter, der sich zu einem sechs Monate langen Besuch auf der Internationalen Raumstation ISS aufhält, wird noch vor Weihnachten aus dem All zur Erde zurückkehren. Die Nasa wolle den Start der nächsten Raumfähre, der „Discovery“, vom 14. Dezember um eine Woche vorverlegen, sagte Hale. Damit werde die Raumfähre noch vor dem Weihnachtsfest wieder landen.

Mit dem Flug der „Atlantis“ hat die Nasa den Ausbau der Internationalen Raumstation ISS nach knapp vierjähriger Unterbrechung wieder fortgesetzt. Nach dem tödlichen Unglück der Raumfähre „Columbia“ am 1. Februar 2003 hatte die Nasa alle Shuttle-Starts gestoppt.

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