Forschung + Innovation
Ansatz für Creme gegen Aids entdeckt

US-Forscher haben einen Ansatz für eine Vaginalcreme vorgestellt, die vor Aids schützen könnte. Ein Mini- Eiweiß blockierte in einer Studie das Eindringen der Erreger über die Scheidenschleimhaut bei weiblichen Rhesusaffen.

dpa WASHINGTON. US-Forscher haben einen Ansatz für eine Vaginalcreme vorgestellt, die vor Aids schützen könnte. Ein Mini- Eiweiß blockierte in einer Studie das Eindringen der Erreger über die Scheidenschleimhaut bei weiblichen Rhesusaffen.

Zwölf von 15 Affenweibchen waren durch die Substanz namens PSC-Rantes vor einem veränderten Aidsvirus geschützt, berichtet ein Forscherteam im US- Fachjournal „Science“ (Bd. 306, S. 485) vom Freitag. Von 15 Kontrolltieren seien dagegen nur vier virenfrei geblieben.

Keines der fünf Affenweibchen, die mit der höchsten Konzentration von PSC-Rantes vorbehandelt gewesen seien, habe sich mit dem Virus angesteckt. Vier von fünf Affenweibchen seien auch bei der auf ein Drittel verdünnten Konzentration noch geschützt gewesen. Ein Zehntel der Ausgangskonzentration habe die Infektion bei drei von fünf Affenweibchen verhindert.

Noch sei eine Übertragung der Vorbeugemaßnahme auf den Menschen nicht in Sicht, schreiben die Forscher. Aber für Regionen, in denen Kondome kaum benutzt würden, seien Mittel zum Auftragen auf die Vagialschleimhaut der ideale Weg, die Ansteckung von Frauen zu verhindern. Die Untersuchung liefere den Beweis für die Wirksamkeit derartiger Vorbeugemaßnahmen.

Das Team um Michael Lederman von der Universitätsklinik der Case Western Reserve University in Cleveland (Ohio) hatte narkotisierten Tieren Lösungen mit PSC-Rantes oder mit einem unwirksamen Placebo auf die Vaginalschleimhaut aufgetragen. 15 Minuten später wurde die Schleimhaut der Affen mit Aids-Erregern benetzt.

PSC-Rantes ist ein künstlich veränderter Zellbotenstoff, der bereits in früheren Studien das Eindringen von Aidsviren in angezüchtete Zellen verhindert hatte. Scheinbar vermindere er die Zahl der Andockmoleküle, über die sich Aidsviren Zugang in die Zellen verschaffen. Es sei auch denkbar, dass das Molekül den „Türöffner“ blockiere, berichten die Forscher. Nebenwirkungen seien bei den Affen nicht beobachtet worden.

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