Antibakterielle Textilien
Killer-Gardine macht Keimen den Garaus

Beschichtete Fasern reinigen Luft, tilgen Gerüche und filtern Schadstoffe aus der Umgebung. Antibakterielle Dekostoffe werden immer beliebter. Die „intelligente Gardine“ ist inzwischen in greifbare Nähe gerückt.

BERLIN. Die neueste Gardine des Emsländer Herstellers Ado ist ein echter Killer: Sie tötet alle Arten von Krankheitskeimen ab, die sich ihr nähern. Kommt ein Bakterium mit der Gardine in Berührung, attackieren die im Gewebe verankerten Silberionen seinen Stoffwechsel und zerstören seine Zellmembran. Dadurch stirbt das Bakterium ab, bevor es sich vermehren kann. Das Forschungsinstitut Hohenstein hat den Effekt des „Bioprotect“-Stoffes bestätigt.

Der europäische Marktführer folgt einem Trend: Alle großen Gardinenhersteller arbeiten an sogenannten „intelligenten Stoffen“, die ein Wohlfühlklima schaffen sollen – buchstäblich, indem sie für gute und gesunde Luft sorgen. Hersteller antibakterieller Dekostoffe wie Ado, Drapilux und Unland verkaufen solche Stoffe beispielsweise an Kliniken, Pflegeheime und Hotels. Vor allem die Gesundheitsbranche steht im Fokus: Bakterien wie der gefürchtete Krankenhauskeim MRSA können sich auf Silberionen-Textilien nicht ausbreiten.

Auch Privatkunden sollen künftig häufiger zu den intelligenten Gardinen greifen. Alle großen Hersteller bieten inzwischen Vorhänge an, die nicht nur für frische Raumluft sorgen, sondern auch unangenehme Gerüche – etwa vom Kochen oder Rauchen – beseitigen. Eine spezielle Präparierung macht zudem Schadstoffen in der Luft den Garaus.

Davon gibt es in Wohnungen und Büros mehr als genug. „Die Luft in Innenräumen ist oft stärker belastet als die Außenluft“, resümiert das Umweltinstitut München. Eine der häufigsten Ursachen sei Zigarettenrauch, aber auch Baustoffe, Farben und Lacke könnten Gifte in die Luft abgeben. Denn sie enthalten Klebstoffe, Lösemittel und Weichmacher. Die Folgen sind Kopfschmerzen, Reizungen der Schleimhäute, Übelkeit oder Schwindel. Einige Schadstoffe stehen sogar im Verdacht, Krebs zu erregen, wie das verbreitete Formaldehyd. Dieses kommt in Sperrholz, pflegeleichten Textilien und Tabakrauch vor.

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