Antrieb durch Rotoren und Segel
Frachter nutzen Windenergie

Die hohen Rohölpreise im Sommer haben auch die Schifffahrtbranche aufgeschreckt. Die eher konservativen Reedereien suchen seitdem verstärkt nach alternativen Antrieben, um Energie und damit Kosten zu senken.

BERLIN. Bei den Ideen spielt vor allem die Nutzung von Wind ein wichtige Rolle. Außer Segeln, die Frachtschiffe über die Weltmeere ziehen, könnten künftig vom Wind bewegte Rotoren den Strom für den dieselelektrischen Antrieb der Schiffe liefern.

Es ist fast schon naheliegend, dass Enercon, der größte deutsche Hersteller von Windkraftanlagen, mit seinem E-Ship auf die Kraft der Natur setzt. Das neuartige Schiff, das zurzeit entwickelt wird, soll aber nicht von riesigen Rotorblättern angetrieben werden, sondern von vier Säulen, in denen innenliegende Zylinder um die eigene Achse rotieren.

Mit 27 Metern Höhe und einem Durchmesser von vier Metern ragen die drehbaren Rotorsäulen von dem Deck des Frachters aus mächtig in den Himmel. Sie sollen den Kraftstoffverbrauch bei einer Spitzengeschwindigkeit von 16 Knoten um 30 bis 40 Prozent drücken. 16 Knoten sind zwar nicht rasend schnell, aber für ein Frachtschiff durchaus üblich. Ab einer Windstärke von sieben Knoten soll die Kraft der Rotoren sogar ausreichen, um ohne zusätzliche Hilfe des Hauptantriebs die Höchstgeschwindigkeit zu erreichen.

Das technische Prinzip ist nicht neu und geht auf den Ingenieur Anton Flettner zurück, der als erster in den 1920er Jahren den so genannten Magnus-Effekt für ein windgetriebenes Schiff nutzbar machte: Der Wind bringt die Zylinder zum Rotieren, gleichzeitig entsteht durch das Mitreißen der Luft ein Sog, der letztlich für einen zusätzlichen kräftigen Schub sorgt. Ein Vielfaches der Windenergie kann so in elektrische Energie umgewandelt wird.

Flettner hat mit seinem Rotorschiff 1926 den Atlantik überquert – und zwar bei Gegenwind. Die Technik funktioniert, ist aber in Vergessenheit geraten, weil Öl bislang derart günstig war, dass überhaupt kein Zwang bestand, sich über Alternativen ernsthaft Gedanken zu machen.

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