Antrieb mit Elektromotor
Schwimmendes Forschungslabor

Am Donnerstag wird die "Maria Sybille Merian" in Dienst gestellt. Das deutsche Forschungsschiff soll in den nördlichen Meeren den Klimawandel untersuchen.

RENDSBURG. Eisschollen treiben auf dem Kanal, und Schnee bedeckt den Pier in Rendsburg. Ein passendes Ambiente für den Besuch auf der "Maria Sybille Merian", kurz vor der Indienststellung am Donnerstagnachmittag in Rostock-Warnemünde durch den Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern, Harald Ringstorff. Die "Merian", Deutschlands erster Forschungsschiffsneubau seit 15 Jahren, soll künftig vom Nordatlantik bis in die Eisregionen der Meeres- und Klimaforschung dienen.

Am Pier vor der Lürssen-Kröger-Werft werden auf der "Merian" die Vorbereitungen für die letzte Erprobungsfahrt in die Ostsee getroffen. Überall wird gewerkelt, lose Kabel hängen aus Schächten, und Feueralarme ertönen von der Arbeit an den Schotten. Der Blick von der geschlossenen Brücke ist imponierend: vorne das kurze Helikopterabseildeck bis zum hohen Bug, achtern das sehr breite Arbeitsdeck, dann ein Gewirr aus orangefarbenen Kränen und am Heck der schwenkbare "A-Rahmen".

Mit 94 Meter Länge, einer Breite von 19,5 Metern und einem Tiefgang von 6,50 Metern, mit 21 Mann Besatzung und Platz für 22 Wissenschaftler ist die "Merian" eine kleine Welt für sich. Der Rumpf wurde ab 2003 in Gdansk (Danzig) in Polen gebaut, und nach und nach wurden nun Labore, Kräne und die aufwendige Technik installiert.

Die Baukosten von 56,4 Millionen Euro teilen sich der Bund (75 Prozent) und die Länder Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein. Die Kosten für den laufenden Betrieb tragen die deutsche Forschungsgemeinschaft (70 Prozent) und das Bundesforschungsministerium.

"Es ist zwar kein richtiger Eisbrecher", stellt Klaus Richter, zuständiger Projektmanager für die Schiffselektronik, fest, "aber es soll sich noch zwischen 30 und 50 Zentimeter dickem Eis sicher bewegen können." Die "Merian" ist neben der "Polarstern" erst das zweite europäische Multifunktionsschiff, das im Eis operieren kann. Eine Doppelhülle sorgt für die notwendige Wandverstärkung, so dass das Schiff auch vom Eis eingeschlossen werden kann. Im Normalfall ist sie für maximal 35 Tage Einsatz ausgerüstet.

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