Arbeitsgruppe entwickelt ein aufwendiges Computerprogramm für Beatmungsgeräte
Bessere Sauerstoffzufuhr für Frühchen

Frühgeborene kommen oft mit unreifen Lungen auf die Welt und brauchen künstliche Beatmung . Die Sauerstoffgabe wurde bisher per Hand vom Pflegepersonal auf der Intensivstation überwacht und dosiert . Demächst soll ein Computerprogramm die Sauerstoffzufuhr steuern.

DÜSSELDORF. Sören ist ein so genanntes Frühchen. Er wurde in der 25. Schwangerschaftswoche, also 16 Wochen zu früh, mit einem Geburtsgewicht von 790 Gramm geboren. Sören lag monatelang in einem Brutkasten, winzig klein und schwach. Doch er schaffte es, nahm stetig an Gewicht zu und konnte einen Tag vor seinem errechneten Geburtstermin das Krankenhaus verlassen.

Diese Erfolgsgeschichte ist jedoch nicht die Regel. Mit 24 Schwangerschaftswochen beginnt zwar nach derzeitiger Lehrmeinung die Lebensfähigkeit eines Kindes, doch nur 50 Prozent von ihnen überleben tatsächlich. Und nur ein Drittel von ihnen ist ganz gesund, ein Drittel hat leichte und ein Drittel sogar starke Behinderungen.

Diese Frühgeborenen kommen oft mit unreifen Lungen auf die Welt und brauchen künstliche Beatmung und zusätzlichen Sauerstoff. „Das Problem ist die richtige Dosierung des Sauerstoffs“, sagt Gerhard Jorch, Chefarzt der Uniklinik für Pädiatrie und Neonatologie Magdeburg. Erhält das Kind zu viel Sauerstoff, kann es zu einer Hirnblutung kommen. Bei zu wenig Sauerstoff hingegen werden bestimmte Hirnareale nicht ausreichend durchblutet, das Frühchen kann eine Art Schlaganfall erleiden.

Die Sauerstoffgabe muss deshalb genau überwacht und dosiert werden – per Hand von dem Pflegepersonal auf der Intensivstation. Doch im zuweilen hektischen Alltag lässt sich dies nur schwer optimal verwirklichen.

Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe um den Tübinger Kindermediziner Michael Urschitz hat deshalb ein Computerprogramm entwickelt, das den Blutsauerstoffgehalt eines Frühgeborenen kontinuierlich überwachen und bei Bedarf die Sauerstoffzufuhr über ein Beatmungsgerät an den Bedarf des Kindes anpassen kann.

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