Rätselhafte Erdbilder im Amazonas-Regenwald

Archäologie am Amazonas
Rätselhafte Erdbilder im Regenwald

Jahrhundertelang lagen sie verborgen unter dem dichten Laub des Regenwalds. Wer die riesigen Erdbilder im brasilianischen Bundesstaat Acre einst schuf, ist unklar. Ein wenig konnten Forscher den Schleier jetzt lüften.

BerlinLange lagen sie versteckt unter dem Blätterdach des Amazonas-Regenwalds, erst die großflächigen Rodungen der jüngeren Vergangenheit brachten sie ans Licht: Hunderte Erdbilder, sogenannte Geoglyphen, haben Forscher in den vergangenen Jahren im brasilianischen Bundesstaat Acre aufgespürt. Wer die riesigen Kreise, Linien und Quadrate einst in den Boden grub, ist unbekannt. Ein paar Geheimnisse der uralten Bodenbilder haben Forscher nun aber lüften können.

„Wir wollten wissen, wie stark die Landschaft seinerzeit von den Menschen verändert wurde, als sie diese Erdwerke schufen“, erklärt Jennifer Watling. Zusammen mit Kollegen auf Brasilien und Großbritannien nahm die Archäologin vom Museum für Archäologie der Universität Sao Paulo zwei der über 400 Geoglyphen genauer unter die Lupe.

Die unbekannten Baumeister schufen ihre Werke, indem sie bis zu vier Meter tiefe Gräben in den Boden gruben und das ausgehobene Erdreich zu markanten Wällen aufhäuften. So entstanden bis zu 300 Meter große Geoglyphen, von denen einige auf ein Alter von über 3000 Jahren geschätzt werden. Die meisten Bilder entstanden aber vor 2000 bis 650 Jahren – in jedem Fall vor Ankunft der Europäer auf dem südamerikanischen Kontinent.

Watling und ihr Team entnahmen nun Bodenproben aus der Umgebung von zwei Geoglyphen und untersuchten sie auf Spuren von Pflanzen sowie auf Feuerspuren – letzteres ein möglicher Hinweis auf Brandrodungen. Auf diese Weise gewannen die Forscher einen Überblick über rund 6000 Jahre Vegetationsgeschichte im Gebiet der Erdbilder.

Wie sich zeigte, nahmen die unbekannten Bilderkünstler durchaus Einfluss auf den sie umgebenden Regenwald: So veränderten sie den ursprünglichen Bambuswald, indem sie verstärkt Nutzpflanzen für ihren täglichen Bedarf anpflanzten, etwa bestimmte Palmenarten. Dabei verzichteten sie aber auf großflächige Brandrodungen, wie sie für die Neuzeit charakteristisch sind.

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Welchem Zweck dienten die Erdwerke?

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