Archäologie
Forscher finden „Missing Link“ der Saurier-Evolution

Ein Fossilienfund im Nordwesten Argentiniens sorgt für Aufsehen: Offenbar habe die Wissenschaftler das lange gesuchte Bindeglied zwischen fleisch- und pflanzenfressenden Dinosauriern gefunden.

afp DÜSSELDORF. Wie der Direktor des Naturkunde-Museums von San Juan, Oscar Alcober, am Montag bekanntgab, wurde das Fossil eines alles fressenden Dinosauriers im Ischigualasto-Tal im Nordwesten Argentiniens bereits vor drei Jahren entdeckt. Dieser sei das "Missing Link" zwischen fleischfressenden Sauriern und den riesigen, vierfüßigen Pflanzenfressern. "Dies ist ein wichtiges Teil im Puzzle der Abstammung der Saurier", sagte Alcober.

Den Angaben zufolge lebte der auf den Namen "Panphagia protos" getaufte Saurier vor rund 228 Millionen Jahren. Im Gegensatz zu seinen riesigen evolutionären Nachfahren sei das Tier nur 30 Zentimeter hoch und anderthalb Meter lang gewesen. Dass der Saurier sowohl Pflanzen als auch Fleisch fraß, schlossen die Forscher laut Alcober aus der Form seines Kiefers. Dieser sei weniger stark als bei den Fleischfressern, auch die Zähne seien anders geformt.

Die Forscher fanden im Jahr 2006 nach eigenen Angaben fast die Hälfte des fossilen Saurier-Skeletts, was eine ziemlich weitgehende Rekonstruktion des "Panphagia protos" ermöglichte. Die Entdeckung lässt laut Alcober auch Rückschlüsse auf den Ursprung der pflanzenfressenden Riesensaurier zu: Diese müssten schon vor 240 Millionen Jahren - und nicht wie bislang angenommen vor 205 Millionen Jahren - auf der Erde gelebt haben. Die Ergebnisse ihrer Entdeckung veröffentlichten Alcober und seine Kollegen im Internet-Fachmagazin "PLOS One". Finanziert wurde die Expedition von einem japanischen Fernsehsender, der die Entdeckung auch filmte.

In Argentinien wurden bereits andere wichtige Saurier-Funde verzeichnet: Ende der 80er-Jahre fand man in der Provinz Neuquén den Argentinosaurus huinculensis, den mit mehr als 40 Meter Länge größten pflanzenfressenden Saurier. 1993 entdeckten Forscher in derselben Provinz den größten Fleischfresser, den Giganotosaurus carolinii.

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