Archäologie
Steinzeitmenschen vermutlich an Seuche gestorben

Nach dem spektakulären Fund von Familiengräbern 4 400 Jahre alter Steinzeitmenschen im sachsen-anhaltinischen Eulau vermuten Experten eine Seuche als Todesursache.

dpa HALLE. Nach dem spektakulären Fund von Familiengräbern 4 400 Jahre alter Steinzeitmenschen im sachsen-anhaltinischen Eulau vermuten Experten eine Seuche als Todesursache.

„Ich gehe von einem tödlichen Virus aus, es könnten aber auch Bakterien oder Erreger einer für uns völlig unbekannten Krankheit gewesen sein“, sagte der Archäologe Robert Ganslmeier vom Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle in einem dpa- Gespräch. Seine These stützt er auf erste Erkenntnisse der Untersuchungen eines internationalen Expertenteams.

Diese Wissenschaftler arbeiten seit Jahresbeginn anhand der Analyse von Knochen und Zähnen an der Entschlüsselung der genetischen Merkmale der Steinzeitmenschen von Eulau. „Damals lebten die Menschen zum ersten Mal auf engem Raum mit ihren Tieren zusammen“, erläuterte Ganslmeier. „Somit war es schon in der Steinzeit möglich, dass sich die Erreger von Tier- und Menschenkrankheiten vermischen und völlig neue Krankheiten entstehen konnten“, sagte der Archäologe.

Diese im Vergleich zu den Jägern und Sammlern veränderte Lebensweise habe somit auch die ersten „Zivilisationskrankheiten“ hervorgebracht. Ob sich Spuren in den Knochen und Zähnen einlagert haben, welche Hinweisen auf die Erreger von Krankheiten ergeben, sollen die weiteren Untersuchungen an den archäologischen Funden ans Licht bringen. „Die Erkenntnisse sind auch für unsere heutige Situation enorm wichtig. Die Vogelgrippe ist ja auch zur Gefahr geworden, weil Menschen mit Tieren auf engstem Raum zusammenleben“, sagte Ganslmeier.

Der Archäologe hatte im Sommer 2005 auf einem Acker vier Familiengräber mit insgesamt 14 Skeletten von Männern, Frauen und Kindern entdeckt. Diese hatten laut Ganslmeier in der so genannten schnurkeramische Epoche gelebt.

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