Artenschutz in Tansania: Mit Ratten gegen Wilderer

Artenschutz
Mit Ratten gegen Wilderer

Die scharfen Sinne von Ratten sollen helfen, illegale Transporte von Tieren oder Tierteilen aus Afrika zu unterbinden. In einem Pilotprojekt in Tansania geht es um den Schutz des stark gefährdeten Schuppentiers.

JohannesburgDas stark gefährdete Schuppentier hat möglicherweise neue Verteidiger: Ratten. Die sollen ausgebildet werden, um Teile des bei Wilderern begehrten Ameisenfressers in Ladungen ausfindig zu machen, die von Afrika nach Asien unterwegs sind.

Ein Pilotprojekt, um Gambia-Ratten in Detektive für den Artenschutz zu verwandeln, ist noch in der Anfangsphase. Die zehn bis 15 Nagetiere, die in Tansania aufgezogen werden, um Überreste von Schuppentieren sowie geschmuggeltes Hartholz zu entdecken, sind erst wenige Wochen alt. Die meisten von ihnen sind noch bei ihren Müttern.

Einen Unterstützer hat das Rattenprojekt im Fischerei- und Wildschutzbehörde der USA gefunden. Die US-Behörde hat 100.000 Dollar für das Unternehmen beigesteuert, das nach ihren Angaben „ein innovatives Werkzeug in der Bekämpfung illegalen Wildtierhandels“ sein könnte. Organisatoren hoffen, dass das Projekt letztlich dafür genutzt werden könne, verstecktes Elefanten-Elfenbein und Nashorn zu finden.

Tierschützer beschreiben das Schuppentier als das weltweit am meisten gehandelte Säugetier, weil sein Fleisch in Vietnam und einigen Teilen Chinas als Delikatesse gilt und seine Schuppen in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet werden. Verbotene Bestandteile wildlebender Tiere sind in zahlreichen Versandcontainern versteckt, die jedes Jahr Daressalam in Tansania, Mombasa in Kenia und andere afrikanische Häfen verlassen.

Ratten als Minensucher

Die Nonprofit-Organisation Apopo mit Sitz in Tansania nutzt den ausgeprägten Geruchssinn der Ratten bereits, um Minen und anderes explosives Material auf alten Schlachtfeldern in Angola, Mosambik und Kambodscha zu finden. Die Gruppe verwendet auch Ratten, um Tuberkulose in Proben von Patienten in Tansania und Mosambik aufzuspüren.

Die Ratten in dem Tierschutzprojekt sollen mit einem „Sozialisierungstraining“ beginnen. Das heißt, sie werden auf Menschenschultern und in Hosentaschen getragen und herumgefahren, wie Apopo-Sprecher James Pursey erklärt. Sie sollen sich demnach an Dinge gewöhnen, die es zu sehen und zu hören gibt.

Anschließend folgt das sogenannte Klick-und-Belohnungs-Training, bei dem die Ratten ein Leckerli bekommen, wann immer sie ein Klickgeräusch wahrnehmen. Die Tiere sollen letztendlich lernen, den Geruch von Schuppentier-Schuppen mit essbaren Belohnungen zu assoziieren.

Später sollen die Intensität des Schuppentier-Geruchs reduziert und andere Gerüche hinzugefügt werden, um die Ratten zu verwirren. Das letztendliche Ziel ist es, die Nagetiere darin zu trainieren, drei Sekunden lang bei einem Schuppentier- oder Hartholz-Aroma zu kratzen oder zu verweilen und damit Menschen auf eine mögliche Entdeckung aufmerksam zu machen.

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