Asteroid 2004BL86: Kosmischer Streifschuss für die Erde

Asteroid 2004BL86
Kosmischer Streifschuss für die Erde

Knapp daneben ist glücklicherweise auch vorbei: Am Montag erhält die Erde Besuch von einem Asteroiden, der bei einem Einschlag das Potenzial hätte, ein Gebiet von der Größe Deutschlands auszulöschen.
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BerlinDie Erde bekommt Besuch von einem kosmischen Schwergewicht: In nur gut dreifacher Mondentfernung rast am Montag ein Asteroid an unserem Planeten vorbei. Diesmal handelt es sich nicht um einen der kleinen 20- oder 30-Meter-Brocken, die fast täglich an der Erde vorbeischrammen. Astronomen schätzen den Durchmesser des heranrasenden Geschosses auf mindestens einen halben Kilometer.

„Der Einschlag eines solchen Asteroiden könnte ein Land wie Deutschland komplett zerstören“, sagt Alan Harris vom deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). „Eine solche Naturkatastrophe hätte unsere Zivilisation noch nicht erlebt.“ Harris leitet das internationale Projekt NEO-Shield zur Abwehr von drohenden Asteroiden-Einschlägen.

Am Montag besteht zwar keine Gefahr für die Erde – der Asteroid mit der Bezeichnung 2004BL86 wird in einem Sicherheitsabstand von rund 1,2 Millionen Kilometern Entfernung Sekunde an unseren Planeten vorbeirasen. Doch in kosmischen Maßstäben ist dies fast ein Streifschuss. Derzeit gehen die Astronomen davon aus, dass erst im Jahr 2027 ein kosmischer Brocken dieser Größenklasse der Erde wieder so nahe kommen wird.

Der Asteroid 2004BL86 ist einer von unzähligen Gesteinsbrocken, die als Überbleibsel der Entstehung unseres Planetensystems vor gut 4,6 Milliarden Jahren um die Sonne rasen. Dabei kommen manche von ihnen der Erde sehr nah: Bisher wurden mehr als 12.000 erdnahe Himmelsobjekte entdeckt, jeden Monat kommen Dutzende hinzu.

Die meisten dieser Brocken sind klein, rund 3500 allerdings weisen Durchmesser von 500 Metern und mehr auf. „Beim Einschlag eines Asteroiden mit einem Kilometer Durchmesser rechnen wir bereits mit globalen Auswirkungen“, sagt Harris.

Mit zehn Kilometern Durchmesser noch deutlich größer war das Geschoss, das vor 65 Millionen Jahren im Meer vor Mexikos Halbinsel Yucatán einschlug, einen tiefgreifenden Klimawandel auslöste und so höchstwahrscheinlich das Aussterben der Dinosaurier einleitete.

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