Asteroid auf Erdkurs

Riesiger Halloween-Kürbis im Anflug

Ein kosmischer Kürbis von beeindruckenden Ausmaßen besucht am Wochenende die Erde. Asteroid 2015 TB145 wäre groß genug, um mehrere Staaten zu verwüsten, trotzdem wurde er erst vor wenigen Tagen entdeckt.
2015 TB145 wird die Erde in rund 500.000 Kilometer Entfernung passieren. Quelle: dpa
Asteroid besucht die Erde

2015 TB145 wird die Erde in rund 500.000 Kilometer Entfernung passieren.

(Foto: dpa)

BerlinPünktlich zu Halloween erhält die Erde Besuch von einem kosmischen Monster-Kürbis: Ein erst kürzlich entdeckter Asteroid etwa von der Größe eines Flugzeugträgers rast derzeit auf unseren Planeten zu – und wird am 31. Oktober in nur rund 500.000 Kilometern Entfernung an der Erde vorbeifliegen.

Der Halloween-Brocken könnte auf Jahre hinaus der größte Asteroid sein, der uns so nahe kommt. Erst 2027 wird nach derzeitigem Kenntnisstand ein Brocken dieser Größenklasse ähnlich dicht an der Erde vorbeikommen.

Mit einer Geschwindigkeit 126.000 Stundenkilometern rast der Halloween-Besucher am Nachmittag des 31. Oktober an der Erde vorbei, und zwar in nur 1,3-facher Mondentfernung. Einen Einschlag auf der Erde können die Forscher glücklicherweise ausschließen – anderenfalls wären schwerste Verwüstungen zu erwarten.

Mit Weltraum-Paintball gegen kosmische Killer
Killer aus dem All
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Killer aus dem All

Was tun, wenn ein riesiger Asteroid auf die Erde zurast? Welche Zerstörungskraft solche kosmischen Geschosse entwickeln können, zeigte nicht zuletzt der Brocken, dessen Einschlag vor 65 Millionen Jahren die Dinosaurier und zahllose andere Tier- und Pflanzenarten auslöschte. Weltweit suchen Forscher nach Wegen, solche Killer aus dem Weltraum zu entschärfen. Ein Überblick über einige der vorgeschlagenen Methoden.

Kernwaffen
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Kernwaffen

Hinfliegen und kaputtmachen - der Klassiker unter den Abwehr-Szenarien: Eine Kernwaffenexplosion auf oder nahe bei einem Astroiden soll diesen auf eine ungefährliche Bahn schubsen. Befürworter dieser Methode ist unter anderem die US-Weltraumbehörde Nasa. Problem dabei: Eine solche Explosion könnte den großen Brocken in mehrere Teile zerlegen, die dann immer noch groß genug sind, um ganze Landstriche zu verwüsten.

Sonnenlicht
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Sonnenlicht

Ein möglicher Helfer im Kampf gegen kosmische Geschosse ist unsere Sonne: Auf Raumschiffen montierte Spiegel könnten Sonnenlicht gebündelt auf den Astroiden richten und einen Teil seines Gesteins verdampfen. Über Monate hinweg ließe sich der Brocken so allmählich umlenken.

Laserstrahlen
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Einen ähnlichen Effekt könnten Laserlicht erzielen: Gepulste Laserstrahlung würde einen Teil des Asteroiden verdampfen und so einen Schub erzeugen, der die Flugbahn des Himmelskörper verändert.

Weltraum-Paintball
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Weltraum-Paintball

MIT-Forscher Sung Wook Paek möchte die gefährlichen Himmelskörper mit gigantischen Kugeln voll heller Farbe beschießen und so die Fähigkeit der Asteroiden-Oberfläche, Sonnenlicht zu reflektieren, erhöhen. Wenn mehr von der Sonne einfallende Lichtteilchen von der Oberfläche „abprallen“, würde dies die Flugbahn des Asteroiden über Jahre hinweg messbar beeinflussen, argumentiert der Forscher. Klingt ziemlich exotisch, doch konnte Paek mit seiner Idee immerhin einen von der UNO ausgelobten Wettbewerb gewinnen.

ESA-Projekt Don Quijote
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ESA-Projekt Don Quijote

Keineswegs exotisch ist dagegen die Idee hinter dem ESA-Projekt Don Quijote: Die europäische Weltraumbehörde möchte im Gefahrenfall eine Sonde starten, die einen potenziellen Killer unter Feuer nimmt. Ein auf den Asteroiden abgefeuertes konventionelles Geschoss soll den Brocken aus seiner gefährlichen Bahn schleudern.

Nasa-Sonde Deep Impact
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Nasa-Sonde Deep Impact

Die Esa-Forscher können dabei auf Erfahrungen der Nasa zurückgreifen: 2005 hatte US-Weltraumbehörde ihre Sonde Deep Impact ein rund 370 Kilogramm schweres Projektil auf den Kometen Tempel 1 abfeuern lassen.

Denn der Durchmesser des kosmischen Geschosses mit der wissenschaftlichen Bezeichnung 2015 TB145 liegt laut Nasa zwischen 290 und 650 Metern, was einem mittleren Schätzwert von 470 Metern entspricht. Zum Vergleich: Der im Februar 2013 über dem russischen Tscheljabinsk explodierte Asteroid hatte einen Durchmesser von gerade einmal rund 20 Metern. Damals wurde rund 1600 Menschen durch die Druckwelle verletzt.

„Der Einschlag eines Asteroiden der Größe von 2015 TB145 wäre eine kontinentale Katastrophe“, sagt die Astronomin und Leiterin des Planetariums Bochum, Susanne Hüttemeister. „Wenn ein solcher Brocken in Europa einschlüge, wären mehrere Staaten massiv betroffen.“

Asteroiden gelten als Überbleibsel der Entstehung unseres Sonnensystems vor rund 4,6 Milliarden Jahren. Dass Kollisionen von Asteroiden mit der Erde verheerende Folgen haben können, beweist ein Blick in die Vergangenheit unseres Planeten.

So donnerte vor 15 Millionen Jahren ein Brocken von etwa einem Kilometer Durchmesser auf die Schwäbische Alb herab und hinterließ einen Krater, der heute als Nördlinger Ries bekannt ist. Und vor 65 Millionen Jahren schlug ein Asteroid mit einem Durchmesser von rund zehn Kilometern auf der mexikanischen Halbinsel Yukatan ein. Er löste einen Klimawandel aus und leitete damit höchstwahrscheinlich das Aussterben der Dinosaurier ein.

Ganz wehrlos wäre die Menschheit nicht
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