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Astronaut Reiter fliegt als erster Deutscher zur Raumstation ISS

Der Astronaut Thomas Reiter darf sich als erster deutscher Raumfahrer auf einen Flug zur Internationalen Raumstation ISS freuen. „Die Ankunft Reiters auf der Station ist für Juli geplant, mit dem zweiten Shuttle-Flug“, sagte der russische Kosmonaut Sergej Krikaljow im Ausbildungszentrum bei Moskau.

dpa MOSKAU. Der Astronaut Thomas Reiter darf sich als erster deutscher Raumfahrer auf einen Flug zur Internationalen Raumstation ISS freuen. „Die Ankunft Reiters auf der Station ist für Juli geplant, mit dem zweiten Shuttle-Flug“, sagte der russische Kosmonaut Sergej Krikaljow im Ausbildungszentrum bei Moskau.

Nach den Angaben wird sich Reiter insgesamt sieben Monate an Bord der ISS aufhalten. Krikaljow soll ab April mit dem US-Astronauten John Phillips die elfte Langzeit-Besatzung bilden und mit Reiter zusammenarbeiten.

Die Europäische Weltraumorganisation Esa wollte sich zunächst nicht auf einen Termin für den Reiter-Flug festlegen. „Derzeit wird an der Frage nach dem Hin- und Rückflug Reiters gearbeitet. Noch ist nichts Genaues festgelegt“, sagte der Leiter der Moskauer Esa- Repräsentanz, Alain Fournier-Sicre. Nach Esa-Angaben hängt es davon ab, ob und wann ein US-Shuttle für die ISS-Mission eingesetzt werden kann. Thomas Reiter bringt Weltraumerfahrung mit. Der Deutsche hatte bereits vor zehn Jahren als Flugingenieur 179 Tage an Bord der später versenkten russischen Raumstation Mir verbracht.

Mit Reiter als drittem Mann lasse sich die wissenschaftliche Arbeit an Bord der ISS deutlich intensivieren, betone Krikaljow. „Wir werden dort oben reichlich zu tun haben. Diejenigen, die uns die Arbeitspläne schreiben, beklagen sich, dass man mit zwei Kosmonauten an Bord nur wenige Experimente durchführen kann“, sagte der Kosmonaut. Krikaljow und Phillips sollen von April bis Oktober im All bleiben. Reiter wäre der erste Deutsche überhaupt an Bord der ISS und der erste Langzeitbewohner, der nicht aus den USA oder Russland stammt.

Seit dem Absturz der US-Raumfähre „Columbia“ vor zwei Jahren wird die ISS nur noch von russischen Raumschiffen angeflogen. Die Zahl der Langzeitbewohner musste wegen der Versorgungsengpässe von drei auf zwei reduziert werden. In der Zeit zwischen Mitte Mai und Anfang Juni soll erstmals wieder ein US-Shuttle, die „Discovery“, zur ISS fliegen. Nach Angaben Krikaljows sei geplant, Reiter mit dem zweiten Shuttle-Flug an Bord der „Atlantis“ im Juli zur ISS zu schicken. Im Februar 2006 solle der Deutsche mit der „Discovery“ zur Erde zurückkehren.

Die ISS wird von 16 Ländern finanziert, darunter den USA, Russland und den elf Mitgliedern der Europäischen Weltraumagentur. Die ersten Module wurden Ende 1998 in den Weltraum transportiert. Seit November 2000 sind ständig Menschen an Bord, die den Ausbau vorantreiben und erste Experimente durchführen.

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