Astronauten-Legende John Glenn Amerikas Raumfahrt-Methusalix

John Glenn hat viele Erfolge gefeiert. Den Titel des ersten US-Amerikaners im All verbaute er sich zwar selbst, trotzdem wurde er zum Helden der Nation und zu einer Raumfahrt-Legende. Jetzt wird er 95 Jahre alt.
Am 20. Febraur 1962 umrundete Glenn als erster Amerikaner die Erde. Quelle: dpa
John Glenn kurz vor dem Start 1962

Am 20. Febraur 1962 umrundete Glenn als erster Amerikaner die Erde.

(Foto: dpa)

WashingtonHandys und Internet gab es noch nicht und selbst die Beatles waren noch keine Superstars, als sich am 20. Februar 1962 ein Mann auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida in die winzige Mercury-Kapsel „Friendship 7“ zwängte. Mit einer Atlas-Rakete flog der damals 40-Jährige ins All – und schrieb Geschichte.

Als erster US-Raumfahrer umrundete John Glenn in knapp fünf Stunden den Planeten. Zurück auf der Erde wurde er dafür mit Konfettiparaden gefeiert und zum Helden der Nation erklärt.

Danach wurde Glenn auch noch zum Spitzenpolitiker und 1998 mit 77 Jahren zum ältesten Amerikaner im All. Am Montag (18. Juli) wird das Multitalent 95 Jahre alt. Zum Geburtstag benannte sein Heimat-Bundesstaat Ohio vor einigen Wochen einen Flughafen nach ihm.

Als der Adler landete
Start von Apollo 11
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Am 16. Juli 1969 hob eine Saturn-V-Rakete vom Kennedy Space Center der Nasa in Florida ab. An Bord drei Männer, von denen zwei als erste Menschen einen fremden Himmelskörper betreten sollten. Apollo 11 war auf den Weg gebracht.

US-Präsident John F. Kennedy
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US-Präsident John F. Kennedy

Acht Jahre zuvor hatte Präsident John F. Kennedy Amerika den Weg zum Mond gewiesen: In einer Rede vor dem Repräsentantenhaus formulierte er das Ziel "... bis zum Ende des Jahrzehnts einen Menschen auf den Mond und wieder sicher zur Erde zu bringen."

Foto: ap

Raketenbauer Wernher von Braun (M.) mit Präsident Kennedy
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Raketenbauer Wernher von Braun (M.) mit Präsident Kennedy

Der wegen seiner NS-Vergangenheit umstrittene Braun konstruierte die Mondrakete Saturn V, bis heute die größte jemals gebaute Rakete.

Foto: ap

Crew von Apollo 11
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Crew von Apollo 11

Die Crew von Apollo 11: Neil Armstrong (l.) und Edwin "Buzz" Aldrin (r.) waren als Mondlandeteam eingeteilt. Michael Collins blieb die undankbare Aufgabe, mit der Kommandokapsel Warteschleifen um den Erdtrabanten zu fliegen.

Foto: ap

Vor dem Start
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Vor dem Start

Die Crew von Apollo 11 auf dem Weg zur Startrampe.

Foto: Nasa

Mondfähre im Anflug
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Mondfähre im Anflug

Die Mondfähre "Eagle" im Landanflug auf den Mond - gesehen mit den Augen eines Nasa-Zeichners. Am 20. Juli 1969 setzte der "Adler" auf der Mondoberfläche auf.

Illustration: Nasa

Aldrin neben der Mondlandefähre
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Buzz Aldrin neben dem Standbein der Landefähre. Das Foto ist ein gutes Beispiel für ein Problem, das erst nach Abschluss der Mission wirklich deutlich wurde: Während es ...

„Es ist eine große Ehre für mich, dieses Flugfeld mit meinem Namen zu haben“, sagte Glenn bei der Zeremonie in Columbus, der Hauptstadt von Ohio. „Aber es geht nicht nur darum. Einer der wichtigsten Aspekte an so etwas ist, dass es möglicherweise die Aufmerksamkeit junger Menschen erregt und ihnen signalisiert, dass sie genauso viele neue Ziele in der Fliegerei erreichen können, wie bereits erreicht worden sind.“

Geboren wurde Glenn 1921 als Sohn eines Eisenbahnschaffners. Nach einem Mathematikstudium kam er 1942 als Kadett zu den Marinefliegern. Zwei Jahre später flog er im Zweiten Weltkrieg von den Marshall-Inseln aus rund 60 Kampfeinsätze im Pazifik, Jahre später während des Korea-Feldzugs noch einmal so viele. Er zählte zu den erfolgreichsten Piloten seiner Zeit, wurde dutzendfach dekoriert. Dann testete er als Versuchsflieger neue Flugzeuge und wurde schließlich Astronaut.

Der allererste Amerikaner im Weltraum war Glenn nicht: Diese Ehre wurde am 5. Mai 1961 dem 1998 gestorbenen Alan Shepard zuteil, der an Bord einer Mercury-Kapsel ins All geschossen wurde und wenige Sekunden in der Schwerelosigkeit verbrachte.

Glenn hatte sich der Legende nach mit einem Wutausbruch die Chance auf diese Pole-Position selbst verbaut: Das Mitglied der Presbyterianer-Kirche rief seine lebenslustigen Astronautenkollegen 1961 recht harsch dazu auf, nicht jeder Frau hinterher zu rennen, weil sie damit den Ruf des gesamten Raumfahrtprogramms gefährdeten. Die verärgerten Kollegen sollen aus Rache dagegen gestimmt haben, dass Glenn als erster oder zweiter Amerikaner ins All fliegt.

Ältester Mensch im All
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