Astronauten reparieren Transporter
Zweiter Spaziergang im Weltraum

Am Montag haben erneut zwei US-Astronauten die Internationalen Raumstation für rund sieben Stunden verlassen. Mit einer komplizierten Notreparatur wollten sie die Weichen für den weiteren Ausbau der ISS stellen.

HB HOUSTON. Piers Sellers und Mike Fossum verließen die Weltraumstation, um einen seit Ende 2005 defekten Transporter reparieren, mit dem ein Roboterarm von einem Arbeitsplatz zum anderen bewegt wird. Diese Reparatur musste gelingen, damit Sonnensegel wie geplant an der Station angebracht werden können. Die Segel sollen am 28. August an Bord der Raumfähre „Atlantis“ von der Erde zur ISS geflogen werden. Zuvor hatte die Nasa die Raumfähre „Discovery“ ohne Reparaturen für den Rückflug zur Erde freigegeben.

Fossum und Sellers begannen ihren Außenbordeinsatz rund 350 Kilometer über der Erde, als sich die Raumfähre gerade über Spanien befand. Sie sollten dabei ein Kabel ersetzen, das die Stromversorgung zu dem Transportwagen sicherstellt und über das auch Daten und Bilder in die ISS übertragen werden. „Das ist wie die Arbeit in meiner Garage“, sagte Fossum. Die übrigen vier Astronauten der „Discovery“ sollen den Einsatz mit dem Roboterarm der ISS und durch Anweisungen von Raumfähre aus unterstützen.

Der deutsche Thomas Reiter und die beiden anderen ständigen Astronauten auf der ISS begannen unterdessen damit, die Weltraumstation aufzuräumen und Müll sowie defekte und nicht mehr benötigte Teile im Leonardo-Frachtmodul zu verstauen. Die „Discovery“ soll am 17. Juli rund 2150 Kilogramm Abfall zur Erde zurückbringen. Reparaturen am Hitzeschild des Shuttles sind dafür nicht notwendig, wie die Nasa entschied. Die „Discovery“ sei „100 Prozent freigegeben für den Wiedereintritt“ in die Atmosphäre in einer Woche.

Die Ingenieure hatten sich bei der Prüfung von Aufnahmen der Unterseite des Shuttles auf ein fünf Zentimeter langes Stück Isoliermaterial konzentriert, das etwa 2,5 Zentimeter zwischen den Hitzekacheln herausschaut. Sie kamen zu dem Schluss, dass es nicht nötig ist, das Stück bei einem Außenbordeinsatz zu entfernen. Fossum und Sellers hatten am Samstag in einem siebeneinhalbstündigen Einsatz im All neue Techniken für Reparaturen am Hitzeschutzschild getestet.

Nach einem erfolgreichen Flug der „Discovery“ will die Nasa dann Ende August die vertraglich vereinbarten 16 Flüge zum Ausbau der Weltraumstation bis zum Jahr 2010 beginnen. Die Shuttle-Flüge wurden nach dem tödlichen Unglück der Raumfähre „Columbia“ am 1. Februar 2003 gestoppt. Damals hatte ein vom Außentank abgeplatztes Stück Isolierschaum beim Start ein Loch in den Hitzeschild geschlagen.

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