Astronauten testen Reparaturtechniken
Mit Fugenspritze und Spachtel ins All

Zwei amerikanische Astronauten sind am Mittwoch zum dritten Mal innerhalb einer Woche zu einem Außeneinsatz im All aus der internationalen Raumstation (ISS) ausgestiegen. Dabei haben sie wieder eine neue Reparaturtechnik im All getestet.

HB WASHINGTON. Mike Fossum und Piers Sellers wollten in sechseinhalb Stunden Reparaturtechniken für mögliche Probleme bei künftigen Flügen ausprobieren, teilte die Weltraumbehörde Nasa mit. Dazu gehören verschiedene Spachtel und eine weltraumtaugliche Fugenspritze, mit der zum Beispiel Beschädigungen an den Hitzekacheln der Weltraumfähre gekittet werden sollen.

Die Nasa testet bei diesem Raumflug verschiedene Techniken zur Reparatur defekter Hitzeschutzkacheln. Damit soll eine Katastrophe wie 2003 verhindert werden, als die Raumfähre „Columbia“ wegen eines Defekts am Hitzeschutzschild beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre auseinander brach und verglühte. Reparaturen am Hitzeschild der „Discovery“ sind dieses Mal nicht notwendig, wie die Nasa entschied. Sie soll am 17. Juli wieder auf der Erde landen.

Keine Verschnaufpause für Thomas Reiter

Der deutsche Astronaut Tomas Reiter war am Mittwoch weiter mit Packen beschäftigt. Unter anderem wird das Lastmodul Leonardo mit Müll und überflüssigem Material aus der Weltraumstation beladen. 80 Prozent der Be- und Entladung der Raumfähre „Discovery“ seien erledigt, sagte Flugdirektor Tony Ceccacci am Dienstag in Houston (Texas). Die Crew habe ein dicht gedrängtes Arbeitsprogramm und wolle verhindern, dass sie in den letzten Stunden ihres Weltraumeinsatzes hetzen müsse. „Wir stellen aber sicher, dass sich die Crew nicht überarbeitet“, sagte Ceccacci.

Die Astronauten verstauen mehr als zwei Tonnen Müll, unbenötigte oder kaputte Teile sowie wissenschaftliche Experimente im Leonardo-Frachtmodul für die Rückkehr zur Erde. Die „Discovery“ soll am Samstag um 12.08 Uhr MESZ mit dem Abdockmanöver beginnen. Die Landung auf dem Weltraumbahnhof von Cape Canaveral in Florida ist für den 17. Juli um 15.07 Uhr MESZ vorgesehen.

Nach dem bislang reibungslosen Weltraumeinsatz der „Discovery“ plant die US-Raumfahrtbehörde Nasa in diesem Jahr noch zwei weitere Shuttle-Starts. Die Raumfähre „Atlantis“ soll nach den Worten von Nasa-Manager Phil Engelauf am 28. August zur ISS fliegen. Im Dezember soll dann die „Discovery“ den deutschen Astronauten Thomas Reiter von der Internationalen Raumstation ISS abholen. Die Nasa plant insgesamt noch 16 Flüge für den Endausbau der Weltraumstation bis 2010.

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