Astronomen beobachten hellsten Blitz aus dem Kosmos

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Astronomen beobachten hellsten Blitz aus dem Kosmos

Mehrere Satelliten und Observatorien haben den bislang hellsten Blitz aus den Tiefen des Kosmos beobachtet. Der Strahlenausbruch setzte in einer Zehntelsekunde so viel Energie frei wie unsere Sonne in 150 000 Jahren, berichtete die US-Raumfahrtbehörde Nasa.

dpa WASHINGTON/GARCHING. Mehrere Satelliten und Observatorien haben den bislang hellsten Blitz aus den Tiefen des Kosmos beobachtet. Der Strahlenausbruch setzte in einer Zehntelsekunde so viel Energie frei wie unsere Sonne in 150 000 Jahren, berichtete die US-Raumfahrtbehörde Nasa.

Quelle des Blitzes war ein so genannter Magnetar in etwa 50 000 Lichtjahren Entfernung auf der anderen Seite der Milchstraße. „Für das Leben auf der Erde bestand durch den Magnetar-Ausbruch jedoch keine Gefahr“, sagte Giselher Lichti vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) in Garching.

Der kosmische Blitz aus dem Sternbild Schütze, der bereits am 27. Dezember vom europäischen Satelliten „Integral“ und 13 weiteren Detektoren im Weltall aufgezeichnet wurde, war heller als der Vollmond und alles, was jemals jenseits unseres Sonnensystems beobachtet worden ist. Selbst die Reflexion am Mond beleuchtete noch die oberen Atmosphärenschichten der Erde.

Am stärksten strahlte der Blitz im Bereich der energiereichen Gammastrahlung, die für das menschliche Auge unsichtbar ist. Es war sogar der stärkste Fluss hochenergetischer Gammastrahlung, der jemals gemessen wurde, wie das Team um Lichti und seinen MPE-Kollegen Roland Diehl berechnet hat. „Wir wissen nur von zwei anderen gigantischen Ausbrüchen in den vergangenen 35 Jahren, und das Dezember-Ereignis war 100 Mal stärker“, sagte David Palmer vom Los Alamos National Laboratory.

„Wäre dies innerhalb von zehn Lichtjahren von der Erde passiert, wäre unsere Atmosphäre schwer beschädigt worden“, sagte Bryan Gaensler vom Harvard-Smithsonian-Zentrum für Astrophysik. „Glücklicherweise sind alle Magnetare, die wir kennen, viel weiter entfernt.“

Magnetare sind Neutronensterne mit einem ultrastarken Magnetfeld. „Das spektakuläre Ereignis haben wir dem Magnetar mit dem Namen SGR 1 806-20 zu verdanken“, erläuterte Lichti. „Dieser Neutronenstern hat einen Durchmesser wie eine mittlere Großstadt und eine Masse vergleichbar mit der Sonne.“ Sein Magnetfeld ist dabei eine Billion Mal stärker als das irdische. „Er erlitt eine gewaltige magnetische Instabilität, wobei sich sein starkes Magnetfeld in einen niedrigeren Energiezustand umorientierte“, erklärt der Astrophysiker die Ursache der gigantischen Explosion. Genau können die Forscher den Explosionsmechanismus aber noch nicht erklären.

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