Astronomie
Astonomen beobachten hellste Sternexplosion

Astronomen haben die hellste Sternexplosion beobachtet, die jemals gesehen wurde. Die Supernova im Sternbild Perseus war rund hundert Mal energiereicher als eine typische Supernova, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Montag (Ortszeit) in Washington berichtete.

dpa WASHINGTON. Astronomen haben die hellste Sternexplosion beobachtet, die jemals gesehen wurde. Die Supernova im Sternbild Perseus war rund hundert Mal energiereicher als eine typische Supernova, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Montag (Ortszeit) in Washington berichtete.

Die Explosion in einer weit entfernten Galaxie sei möglicherweise die erste Beobachtung eines neuen Supernovatyps.

„Das war wahrlich monströs“, sagte der Leiter des Astronomenteams, Nathan Smith von der Universität von Kalifornien in Berkely. „So etwas haben wir noch nie gesehen.“ Der explodierte Stern habe möglicherweise 150 Mal so viel Masse gehabt wie unsere Sonne - viel größer könne ein Stern nicht werden.

Die gewaltige Explosion war bereits im September vergangenen Jahres entdeckt und vom Weltraum-Röntgenteleskop „Chandra“ und Observatorien auf der Erde monatelang beobachtet worden - eine ungewöhnlich lange Dauer für eine Sternenexplosion. Mindestens drei Monate lang leuchtete die Explosion heller als jede andere bislang beobachtete Supernova. Nach knapp acht Monaten strahlt sie heute immer noch heller als ihre gesamte Heimatgalaxie NGC 1 260.

Die Supernova mit der Bezeichnung SN 2006gy fand in 240 Mill. Lichtjahren Entfernung statt. Den Astronomen zufolge könnte sie ein erstes Beispiel für einen Supernovatyp sein, bei dem der Stern nicht zu einem Schwarzen Loch kollabiert, sondern in seine Bestandteile zerrissen wird. Dadurch würden sehr viel mehr schwere Elemente in die kosmische Umgebung geblasen. So produzierte SN 2006gy allein vom Element Nickel eine Menge, die der 20fachen Masse unserer Sonne entspricht.

Alle schweren Elemente auf der Erde und andernorts im Universum sind in Sternen durch Kernfusion „gebacken“ und unter anderem durch Supernovae im All verteilt worden. Die Forscher nehmen an, dass solche Explosionen in der Frühzeit des Universums viel häufiger waren. Ihre Beobachtungen haben sie zur Veröffentlichung beim Fachblatt „The Astrophysical Journal“ eingereicht.

Die Nasa hält es für denkbar, dass in näherer Zukunft ein Himmelsschauspiel dieser Art in weitaus größerer Nähe zur Erde ins Haus stehen könnte. Denn der Stern, der die Supernova SN 2006gy produzierte, stieß den Experten zufolge vor der Explosion sehr viel Masse aus - ähnlich einem Prozess, der beim Stern Eta Carinae in der Milchstraße beobachtet wurde - nur etwa 7 500 Lichtjahre entfernt. Das erlaube die Vermutung, dass auch dieser Stern eines Tages als derartige Supernova explodieren könne, hieß es.

„Wir wissen nicht mit Sicherheit, ob Eta Carinae bald explodieren wird, aber wir behalten das vorsichtshalber genau im Auge“, sagte Mario Livio vom Weltraumteleskop-Wissenschaftsinstitut in Baltimore. „Eta Carinaes Explosion könnte die beste Sternen-Show in der Geschichte der modernen Zivilisation werden.“

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