Astronomie
Auf Foto-Safari im Asteroiden-Gürtel

Seit 200 Jahren versuchen Wissenschaftler, sich ein Bild des Asteroiden Vesta zu machen. Die Raumsonde Dawn liefert nun erste Nahaufnahmen.
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HamburgWir schreiben das Jahr 2030. Die Menschen verfolgen gebannt das Geschehen auf den Bildschirmen. Ein Astronaut klettert aus einem Raumgefährt und rezitiert einen Satz, den sein Astronauten-Kollege Neil Armstrong 61 Jahre zuvor auf dem Mond gesagt hat: „That’s one small step for a man, one giant leap for mankind.“ Es ist der erste Weltraumspaziergang auf einem Asteroiden.

So oder ähnlich könnte die Zukunft aussehen, wenn es nach US-Präsident Barack Obama geht. Noch scheint dieses Ziel in weiter Ferne, doch bereits heute forschen Astrophysiker und Raumfahrtingenieure an der Verwirklichung einer solchen Operation. Die Sonde Dawn liefert in diesen Tagen die ersten Nahaufnahmen vom zweitgrößten Objekt im Asteroidengürtel: Vesta. Das Raumvehikel des Jet Propulsion Laboratory (JPL) wird Fotos und Daten sammeln, die Aufschluss über die Entstehung unseres Sonnensystems geben.

Vesta ist ein Protoplanet, eine Vorform eines Planeten, der die vergangenen 4565 Millionen Jahren recht unversehrt überstanden hat und damit zu den wenigen Urkörpern des Sonnensystems zählt. Er gilt als Quelle für unzählige Trümmerstücke, die als Meteoriten auf der Erde einschlagen. Von seinen Geschwistern im Weltall sind nicht mehr viele übrig: Ein Teil hat sich zu den acht Planeten des Sonnensystems zusammengeschlossen, der andere ist nach Kollisionen zu Bruchstücken zerfallen, zu Asteroiden.

Die drei größten Objekte im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter sind hingegen erhalten geblieben: Ceres, Vesta und Pallas. Zusammen machen sie mehr als die Hälfte der im Gürtel vorhandenen Masse aus.

Vesta ist der einzige Asteoroid, dessen Oberfläche aus Vulkangestein besteht. Das wissen Forscher aus spektroskopischen Untersuchungen. Dawn ist jetzt in die Umlaufbahn von Vesta eingekehrt und wird den Protoplaneten, der einen Durchmesser von 540 Kilometern hat, ein Jahr lang beobachten. Vesta hat vermutlich einen schweren Kern aus Eisen und Nickel und einen Mantel aus schweren Mineralien, der von einer eher leichten Kruste umhüllt wird.

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