Astronomie
Die Nasa will den Mond bombardieren

Mit einem Doppelschlag nimmt die US-Weltraumbehörde Nasa am Freitag den Mond unter Beschuss: Zunächst soll eine ausgebrannte Raketenstufe, wenige Minuten später eine Sonde in einen Krater am Südpol des Mondes stürzen. Die spektakuläre Aktion soll eine der wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit dem Erdtrabanten klären.
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WASHINGTON. Die Weltraumagentur Nasa bombardiert den Mond. An diesem Freitag soll zunächst eine Raketenstufe zum Geschoss werden und mit voller Wucht in einen Krater am Südpol des Erdtrabanten stürzen. Nur Sekunden danach beginnt der Kamikazeflug eines Satelliten in denselben Schlund. Zwischen beiden Aufschlägen liegen vier kostbare Minuten, die darüber entscheiden, ob sich drei Jahre an Vorbereitungen, vier Monate Reise durch den Weltraum und 79 Mio. Dollar an Investitionen gelohnt haben.

Es geht um Wasser, genauer den definitiven Beweis für die Existenz von Eis in Kratern an den düsteren Polen, in die niemals die Sonne hineinscheint. Experten schätzen, dass die Temperaturen am Boden dieser Mondschlunde bis zu minus 240 Grad Celsius betragen.

Zwar haben in den vergangenen Monaten gleich drei verschiedene Sonden Spuren von Wasser auch in Mondregionen entdeckt, in denen sie nie vermutet worden waren. Und auch am Südpol selbst wurden bereits Hinweise auf die Existenz von Wasserstoff gefunden, ein Kernelement von Wasser. Aber diese Mondmission geht noch viel weiter.

„Diesmal berühren wir das Wasser“, beschreibt es Mike Wargo, ein leitender Nasa-Mondwissenschaftler. Und Materie aus dem Kraterboden, die möglicherweise seit Abermillionen Jahren im Dunklen lag, könnte nun im Sonnenlicht erscheinen - eine Perspektive, die bei den Wissenschaftlern schon jetzt das Herz höherschlagen lässt.

Der Satellit, den die Nasa am Freitag opfern will, heißt kurz LCROSS (Lunar Crater Observation and Sensing Satellite). Er war am 18. Juni zusammen mit einem Orbiter, der nun den Mond umkreist, an Bord einer Atlas-Rakete gestartet worden. LCROSS - verbunden mit der verbrauchten oberen „Centaur“-Stufe der Trägerrakete - wurde zunächst in eine elliptische Erdumlaufbahn geschickt.

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