Astronomie
Ein merkwürdiges Paar im All

Mit einem riesigen Teleskop haben Astronomen eine Sternenfabrik in einer Nachbargalaxie der Milchstraße erforscht. Sie besteht aus einem auf den ersten Blick höchst ungleichen Paar, das sich aber doch sehr ähnlich ist.

DüsseldorfDie Magellanschen Wolken gehören zu den bekanntesten Objekten am Nachthimmel der Südhalbkugel. Die beiden kleinen Nachbargalaxien unserer Milchstraße sind nach dem portugiesischen Entdecker Ferdinand Magellan benannt, der sie auf seiner Weltumsegelung 1519 entdeckte.

Obwohl Magellan selbst noch vor seiner Rückkehr nach Portugal getötet wurde, berichteten die Überlebenden seiner Mannschaft bei ihrer Rückkehr nach Europa von den beiden Wolken. Heute werden sie aufgrund ihrer unterschiedlichen Größe als Große beziehungsweise Kleine Magellansche Wolke (GMW/KMW) bezeichnet.

Für Astronomen interessant sind beide Galaxien vor allem wegen ihrer nach kosmischen Maßstäben geringen Entfernung von rund 160.000 (GMW) beziehungsweise rund 200.000 (KMW) Lichtjahren. Wegen dieser Nähe lassen sich hier viele Vorgänge genauer untersuchen als bei weiter entfernten Galaxien. Vor allem die GMW eignet sich hervorragend etwa für die Erforschung der Prozesse rund um die Entstehung neuer Sterne.

Mit dem Very Large Telescope (VLT) der europäischen Südsternwarte Eso haben Astronomen jetzt eine Sternenfabrik in der GMW ins Visier genommen: die rote Gaswolke NGC 2014 und ihre blaue Nachbarin NGC 2020.Solche kosmischen Gaswolken liefern den Rohstoff, aus dem neue Sterne geschmiedet werden. Obwohl sie sehr verschieden aussehen, wurden beide Wolken durch starke stellare Winde von extrem heißen, neugeborenen Sternen geformt. Diese bestrahlen das Gas und bringen es dadurch zum Leuchten.

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Kosmische Edelsteine

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