Astronomie
Ein Schwarzes Loch als Bindeglied

Ein Schwarzes Loch in einer fernen Galaxie könnte sich als Schlüssel zu einem alten Rätsel der Astronomie erweisen. Und dies, obwohl das Loch selbst nach kosmischen Maßstäben allenfalls Mittelmaß ist.
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HB LONDON. Astronomen haben eine neue Klasse Schwarzer Löcher entdeckt. Den Prototyp bildet ein Schwarzes Loch mit mehr als 500 Sonnenmassen in 290 Millionen Lichtjahren Entfernung. Es sei der erste Vertreter mittelgroßer Schwarzer Löcher, berichten die Forscher um Sean Farrell und Natalie Webb von der Universität Toulouse im britischen Fachjournal „Nature“. Alle zuvor aufgespürten Schwarzen Löcher hätten entweder mehrere Millionen Sonnenmassen oder höchstens 20.

Die Entdeckung könne ein wichtiges Bindeglied sein. Denn während die Entstehung kleiner Schwarzer Löcher durch Supernovaexplosionen erklärt werden kann, liegt die Entstehung supermassiver Schwarzer Löcher noch weitgehend im Dunkeln.

Möglicherweise entstehen sie aus der Verschmelzung vieler kleiner Schwarzer Löcher. Dann müssten sich allerdings auch mittelgroße Zwischenstadien aufspüren lassen. Das neu entdeckte Objekt mit der Bezeichnung HLX-1 könnte sich in so einem Zwischenstadium befinden und damit diese Theorie stützen.

Die Forscher hatten HLX-1 in einer Langzeitmessung mit dem europäischen Röntgensatelliten „XMM-Newton“ entdeckt. Am Rand der Galaxie ESO 243-49 stießen sich auf eine kompakte Quelle heller Röntgenstrahlung, wie sie von Materie abgestrahlt wird, die in ein Schwarzes Loch stürzt. Die Messdaten ließen dabei keine andere physikalische Erklärung als ein Schwarzes Loch mit etwa 500 Sonnenmassen zu, erläutern die Astronomen.

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