Astronomie
Ein Sterngigant wird geboren

Die Geburt von Sternen spielt sich meist im undurchdringlichen Nebel riesiger Dunkelwolken ab. Umso bemerkenswerter, dass Forscher jetzt einen frühen Sternenembryo entdeckt haben. Und der sprengt gleich alle Rekorde.
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DüsseldorfJunge Sterne sind scheu. Üblicherweise verbergen sie sich tief im Inneren riesiger Dunkelwolken vor neugierigen Blicken irdischer Wissenschaftler. Erst wenn sie eine gewisse Größe erreicht haben, brennen sie sich aus den sie umgebenden Staub- und Gasmassen heraus und werden für optische Teleskope sichtbar.

Umso bemerkenswerter ist der Fund, der einem internationalen Astronomenteam jetzt gelungen ist. Die Forscher entdeckten einen Sternenembryo, dessen Dimensionen schon jetzt vermuten lassen, dass er einmal zu den größten Sternen unserer Milchstraße zählen wird.

Möglich wurde die Entdeckung durch ein neues Hochleistungsinstrument der europäischen Südsternwarte ESO: Das im vergangenen März eingeweihte Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA), das größte Radioteleskop der Welt, ermöglichte den Forschern einen einzigartigen Blick tief ins Innere jener Dunkelwolke, in der sich der künftige Sternengigant gerade bildet.

Der untersuchte Stern befindet sich ungefähr 11.000 Lichtjahre von der Erde entfernt in einer Wolke mit der Bezeichnung Spitzer Dark Cloud (SDC) 335.579-0.292. Genaugenommen ist es noch gar kein Stern, sondern ein Objekt, das Astronomen als Protostern bezeichnen. Der Sternembryo frisst hungrig Material, das auf ihn zuströmt.

Auf bis zu fünfhundert Sonnenmassen schätzen die Forscher die Menge an Materie in der unmittelbaren Umgebung des Protosterns. Wenn er seinen Appetit endgültig gestillt hat, wird er zu einem wahren Giganten herangewachsen sein. „Wir schätzen, dass aus diesem Objekt ein Stern mit bis zu hundertfacher Sonnenmasse wird“, so Nicolas Peretto, einer der Leiter der Forschungsgruppe. „Nur ungefähr einer aus zehntausend Sternen in der Milchstraße erreicht so eine hohe Masse.”

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Potenzial nur zum Teil ausgeschöpft

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