Astronomie

Forscher entdecken Zwilling unseres Sonnensystems

Gleich sieben Planeten umkreisen einen 2500 Lichtjahre entfernten Stern – das bislang größte Sonnensystem nach unserem eigenen. Der Fund befeuert die Hoffnungen auf die Existenz einer zweiten Erde.
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Fremde Welt: So stellt sich ein Nasa-Zeichner die Oberfläche eines Gesteinsplaneten außerhalb unseres Sonnensystems vor. Quelle: NASA/JPL-Caltech

Fremde Welt: So stellt sich ein Nasa-Zeichner die Oberfläche eines Gesteinsplaneten außerhalb unseres Sonnensystems vor.

(Foto: NASA/JPL-Caltech)

DüsseldorfAstrophysiker sind auf ihrer Suche nach einem „Zwilling“ unseres Sonnensystems und einer zweiten Erde einen großen Schritt vorangekommen: Ein Wissenschaftlerteam vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entdeckte mit weiteren deutschen und europäischen Forschern das bislang umfangreichste Planetensystem einer fremden Sonne. Den fernen Stern umkreisen insgesamt sieben Planeten, vier davon wurden jetzt neu entdeckt, wie das DLR am Montag mitteilte.

Das 2500 Lichtjahre entfernte System umkreist den Stern KOI-351, es zählt damit mehr Planeten als alle anderen bislang bekannten Planetensysteme außerhalb unseres Sonnensystems, das bekanntlich von acht Planeten gebildet wird. Die sieben Exoplaneten sind darüber hinaus ähnlich angeordnet wie die acht Planeten unseres Systems, mit kleinen Gesteinsplaneten nahe dem Zentralgestirn und riesigen Gasplaneten in größerer Entfernung. Allerdings ist das KOI-351-System wesentlich dichter zusammengedrängt.

Neu entdeckte Planeten sind Kandidaten für Leben im All
Sieben erdähnliche Planeten entdeckt
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Astronomen haben sieben erdähnliche Planeten bei einem Roten Zwergstern in unserer kosmischen Nachbarschaft aufgespürt. Sechs dieser Exoplaneten liegen in einer Temperaturzone, in der Wasser flüssig sein kann – eine Voraussetzung für Leben, wie wir es kennen.

Planetensystem Trappist-1
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Drei der Planeten könnten sogar Ozeane auf ihrer Oberfläche besitzen, sofern sie erdähnliche Atmosphären haben, schreiben die Forscher um Michaël Gillon von der Universität Liège (Lüttich) im britischen Fachblatt „Nature“. Damit gehört das Sonnensystem des Roten Zwergs namens Trappist-1 zu den aussichtsreichsten Orten für die Suche nach außerirdischem Leben. Hinweise darauf haben die Forscher aber nicht.

40 Lichtjahre entfernt
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Das Zwergsternsystem liegt knapp 40 Lichtjahre entfernt und damit nach kosmischen Maßstäben praktisch vor unserer Haustür. Trotzdem würden irdische Raumsonden für eine Reise dorthin Jahrtausende benötigen.

Umlaufbahnen der Planeten von Trappist-1
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Drei der Exoplaneten hatte dasselbe Team bereits 2016 beschrieben. Es war der erste Fund von Exoplaneten bei einem Roten Zwergstern, einem der häufigsten Sterntypen in unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße. Weitere vier Planeten dieses Sterns haben die Forscher nun durch sorgfältige Nachbeobachtung entdeckt. Alle sieben sind ungefähr so groß wie die Erde und wahrscheinlich Gesteinsplaneten. (Foto: IoA/Amanda Smith)

Vergleich Trappist-1 mit den Gesteinsplaneten des Sonnensystems
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Der Zwergstern, den diese Planeten umkreisen, hat lediglich acht Prozent der Masse unserer Sonne. Er ist nicht einmal halb so heiß, wodurch auf seinen Planeten trotz ihrer engen Umlaufbahnen gemäßigte Temperaturen herrschen. Die inneren sechs Trabanten umrunden ihren Stern in 1,5 bis 12 Tagen, die Umlaufzeit des äußersten Planeten ließ sich noch nicht genau bestimmen. (Foto: NASA/JPL-Caltech)

Exoplanet Kepler-1647b
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Bislang haben Astronomen über 3500 Exoplaneten - also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems - registriert. Einer der interessantesten ist Kepler-1647b (als schwarzer Punkt im Zentrum des Bildes vor seinen beiden Sternen dargestellt), der bislang größte Exoplanet, der gleich zwei Sterne umkreist. Ihn entdeckten Wissenschaftler vor einiger Zeit mit Hilfe des Weltraumteleskops Kepler. Kepler-1647b hat ungefähr die Größe von Jupiter, einer seiner beiden Sterne ist etwas größer, der andere etwas kleiner als unsere Sonne.

Exoplanet Kepler-1647b (künstlerische Darstellung)
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Planeten, die ein Doppelsternsystem umkreisen, werden auch als „Tatooine“ bezeichnet, in Anlehnung an den Namen des fiktiven Heimatplaneten von Luke Skywalker aus der Star-Wars-Saga, der ebenfalls um ein Sonnenpaar kreist. Kepler-1647b ist rund 3700 Lichtjahre von der Erde entfernt. Für einen kompletten Umlauf um seine beiden Sterne benötigt er 1107 Erdentagen.

Über ihre Entdeckung berichteten der Astrophysiker Juan Cabrera vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof und seine Kollegen jetzt im Fachjournal „Astrophysical Journal“. Schon lange sind Astrophysiker auf der ganzen Welt auf der Suche nach einem Sternensystem, das dem unseren ähnelt. „Kein anderes Planetensystem zeigt eine solche Übereinstimmung mit der 'Architektur' unserer kosmischen Heimat wie dieses System um KOI-351“, erklärte Cabrera.

„Genau wie bei unserem Sonnensystem sind auf den inneren Bahnen Gesteinsplaneten in ähnlicher Größe wie die Erde zu finden, und auf den äußeren Bahnen Gasriesen ähnlich zu Jupiter und Saturn“, betonte der Astrophysiker. „Wir können nicht genug betonen, wie wichtig diese Entdeckung ist. Es ist ein großer Schritt auf der Suche nach der zweiten Erde.“

Ungewöhnliche Vielfalt
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