Astronomie
Forscher vermuten Ozean auf Saturnmond

Unter der eisigen Oberfläche des Saturnmonds Enceladus gibt es möglicherweise einen Ozean. Wissenschaftler haben Hinweise auf das Wasserreservoir in den Ringen des Saturn aufgespürt. Mit einem flüssigen Ozean würde Enceladus die wichtigsten Voraussetzungen für die Entstehung von Leben besitzen.
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HB DÜSSELLDORF. Auf dem Saturnmond Enceladus gibt es möglicherweise einen unterirdischen Ozean. Darauf deuten Untersuchungen deutscher Forscher auf der Basis von Daten der Raumsonde „Cassini“ hin. In einem der Ringe um den Saturn entdeckte die Gruppe vom Heidelberger Max-Planck-Institut für Kernphysik salzige Eispartikel. Nach Ansicht der Forscher, die über ihre Arbeit aktuell im Fachmagazin „Nature“ berichten, stammt das Eis aus einem salzigen Ozean.

Der von einer dicken Eisschicht bedeckte Enceladus ist mit rund 500 Kilometern Durchmesser der sechstgrößte Mond des Saturn. Frühere Messungen hatten bereits Hinweise auf ein Wasserreservoir unter seiner Oberfläche geliefert. Es könnte die Quelle für die gigantischen Wasser- oder Eisfontänen sein, die Enceladus an seinem Südpol ins All schießt. Unklar war bislang jedoch, ob die Eispartikel, die den dünnen E-Ring des Saturn speisen, Enceladus schon in gefrorener Form verlassen oder als flüssiges Wasser, das erst in der Kälte des Alls gefriert.

Neue Messungen der seit 2004 um den Saturn kreisenden Sonde „Cassini“ sollten diese Frage beantworten. Dazu wurde die Natrium-Konzentration der Eispartikel gemessen. Natrium ist einer der beiden Bestandteile von Kochsalz (Natriumchlorid), das gut wasserlöslich ist und auch die irdischen Ozeane salzig macht.

Cassini spürte im E-Ring Eispartikel mit einer überraschenden Vielfalt an Natrium-Verbindungen und unterschiedlichen hohen Natrium-Konzentrationen auf. Etwa sechs Prozent der Eispartikel erwiesen sich als sehr salzig.

Um mögliche Entstehungsszenarien zu überprüfen, stellten Forscher des Göttinger Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation die Verhältnisse auf dem Saturnmond in vereinfachter Form nach. Im Labor übernahm ein Wasserstrahl dabei die Rolle des Ozeans. Ein Laser simulierte die Zerstäubung des Wassers vor dem Geysir-Ausbruch.

Mit Hilfe der sogenannten Flüssigkeits-Massenspektrometrie konnten die Wissenschaftler dann nachweisen, dass der Laser aus dem Wasserstrahl die gleichen Natriumverbindungen herausschlug, wie sie in den Eispartikeln des Saturnmondes vorkommen.

Damit werde die Vermutung untermauert, dass sich unter der Oberfläche des Mondes flüssiges Wasser befindet, erklärten Udo Buck und Bernd Abel, die Leiter des Göttinger Forschungsteams. „Die Eisbrocken im Saturn-Ring mit viel Natrium müssen aus dem flüssigen Ozean stammen.“ Die natriumarmen Brocken dagegen könnten sich aus Wasserdampf bilden, der sich über dem Ozean befindet.

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