Astronomie
Kosmische Garnele brütet Sterne aus

6000 Lichtjahre von der Erde entfernt liegt der Garnelennebel. Mit dem Very Large Telescope der europäischen Südsternwarte ESO gelang Astronomen jetzt ein Blick in diese riesige Kinderstube für Sternennachwuchs.
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DüsseldorfMit beschreibenden Namen für kosmische Objekte ist das so eine Sache: Manche sind dem Betrachter schon bei einem flüchtigen Blick sofort einsichtig – wie etwa beim berühmten Pferdekopfnebel, dessen Konturen tatsächlich an den Kopf eine Huftiers erinnern. Bei anderen Objekten hingegen lässt sich der Name nicht ganz so leicht mit der Form in Einklang bringen. Womit wir beim Garnelennebel wären.

Diesem etwa 6000 Lichtjahre von der Erde entfernten Sternentstehungsgebiet die Form einer Garnele zuzubilligen, spricht für ein gesundes Maß an schöpferischer Phantasie. Weniger phantasievolle Experten kennen die auffällige Ansammlung aus Gas und Staubwolken eher unter ihrer wissenschaftlichen Bezeichnung IC 4628. Mit dem Very Large Telescope der europäischen Südsternwarte ESO haben Astronomen den Nebel jetzt einmal genauer unter die Lupe genommen.

Der VLT-Schnappschuss enthüllt ein Durcheinander aus leuchtenden Gaswolken und Klumpen dunklen Staubs. Sie bilden eine stellare Kinderstube mit zahlreichen jungen, sehr heißen Sternn. Im sichtbaren Bereich des Lichts erscheinen diese Sterne in einer bläulich-weißen Farbe. Sie senden allerdings auch intensive Strahlung in anderen Teilen des elektromagnetischen Spektrums aus – vor allem im ultravioletten Bereich.

Es ist dieses ultraviolette Sternenlicht, das die Gaswolken zum Leuchten bringt. Die Strahlung reißt die Elektronen von Wasserstoffatomen ab. Anschließend finden Elektron und Proton wieder zu neutralem Wasserstoff zusammen. Dabei wird Energie in Form von Licht freigesetzt.

Bei diesem Prozess strahlt jedes chemische Element Licht in charakteristischen Farben ab. Bei Wasserstoff dominiert die Farbe Rot. IC 4628 ist ein Beispiel für eine solche Region aus ionisiertem Wasserstoff.

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