Astronomie: Kosmische Raffinerie im Pferdekopfnebel

AstronomieKosmische Raffinerie im Pferdekopfnebel

Während Erdgas und Erdöl auf der Erde zur Neige gehen, existieren im Weltall gigantische Mengen der Rohstoffe. Forscher haben jetzt Hinweise auf eine riesige natürliche Erdölraffinerie im Pferdekopfnebel  entdeckt.
  • 7

Düsseldorf1300 Lichtjahre entfernt im Sternbild Orion liegt der berühmte Pferdekopfnebel. Wegen seiner markanten Form zählt er zu den bekanntesten Bildmotiven für Astrofotografen. Aber der Pferdekopfnebel ist auch ein interstellares Chemielabor, in dem dichtes Gas und intensives Sternenlicht permanent aufeinander treffen und dabei vielschichtige chemische Reaktionen auslösen.

Mit dem 30-Meter-Radioteleskop auf dem Pico del Veleta in der spanischen Sierra Nevada haben der Astronom Jerome Pety und sein Team nun systematisch nach chemischen Elemente in der „Mähne“ des Pferdekopfs gesucht. Dabei gelang ihnen der Nachweis von mehr als 30 verschiedenen Molekülen, darunter eine Menge kleiner Kohlenwasserstoffe – die kleinsten aller Atomverbindungen, die auch in Erdgas und Erdöl enthalten sind.

Erstaunt waren die Forscher angesichts der gewaltigen Menge dieser Kohlenwasserstoffe in der untersuchten Region „Der Pferdekopfnebel enthält 200-mal mehr Kohlenwasserstoffe als es Wasser auf der Erde gibt“, erklärt die Astronomin Viviana Guzman. Offenbar entstehen diese kleinen Moleküle, wenn sich größere Kohlenwasserstoffe unter dem Einfluss der energiereichen kosmischen Strahlung zersetzen.

Dieser Mechanismus, so vermuten die Forscher, wäre gerade in Regionen wie dem Pferdekopfnebel besonders aktiv, wo das vorhandene interstellare Gas permanent der direkten Strahlung eines benachbarten Riesensterns ausgesetzt ist. „Was wir hier beobachten ist nichts anderes als eine natürliche Erdölraffinerie gigantischen Ausmaßes“, so Pety.

Seite 1:

Kosmische Raffinerie im Pferdekopfnebel

Seite 2:

Beeindruckende Geschwindigkeit

Kommentare zu " Astronomie: Kosmische Raffinerie im Pferdekopfnebel"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 7:30 bis 21 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wesentlich einfacher wäre es, endlich die unbegrenzt vorhandene Geothermie auszubeuten und das ohne Raumfahrt !

  • Labortechnisch als auch praktisch ist der abiotische Ursprung manifestiert. Die Synthese erfolgt in Tiefen wo biogne Verbindungen sich längst zersetzt hätten, Öl wird in Gebieten gefunden wo es theoretisch unmöglich ist wenn man an einen fossilen Ursprung denkt. An den Störungszonen auf dem Globus tritt das Öl in höhere Schichten ein, weshalb sich hier die Bohrungen konzentrieren.
    (http://g-o.de/wissen-aktuell-10263-2009-07-29.html) ( auch Öl auf Saturnmond Titan)

  • "Die Erde produziert davon laufend, leere Quellen füllen sich wieder."
    --------------------------
    Ich kenne die entsprechenden Arbeiten über die anorganische Genese von Kohlenwasserstoffen im Erdmantel. Das hier ist eine davon:
    http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-10263-2009-07-29.html
    Nach dem Prinzip des chemischen Gleichwewichtes sind die so erzeugten Kohlenwasserstoffe jedoch nicht stabil. Das ganze ist ziemlich exotische Hochdruck- und Hochtemperaturchemie und weitgehend unerforscht.
    Die gängigen Ölvorkommen sind jedoch über jeden Zweifel hinweg biogenen Ursprungs, was auch auf der Tatsache fußt, daß viele der Moleküle chirale Zentren haben und in spezifischer Weise optisch aktiv sind. Auch das Kohlenstoff-Isotopenverhältnis biogener und abiogener Kohlenwasserstoffe unterscheidet sich.
    Wie auch immer, die Theorien von Nikolai Kudryavtsev (1950er Jahre!) sind nach dem heutigen Stand der Wissenschaft nicht mehr haltbar.

Serviceangebote