Astronomie
Rosetta holt Schwung für Kometenreise

Mit einem gewagten Manöver hat sich die europäische Kometensonde Rosetta den nötigen Schwung für ihre Reise zu einem fernen Kometen geholt. Mit 126 000 Kilometer pro Stunde geht die Reise nun weiter - geradewegs zu den Anfängen unseres Planetensystems.

HB DARMSTADT. Auf seiner gut sieben Mrd. Kilometer langen Reise durch das All hat der europäische Kometenjäger „Rosetta“ in der Nacht zu Mittwoch erfolgreich an der Erde Schwung geholt. Bei dem kritischen Manöver näherte sich die Sonde mit einer Geschwindigkeit von 45 000 Kilometern pro Stunde der Erde südwestlich von Chile auf 5300 Kilometer.

Die drei Tonnen schwere Sonde der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) war im März 2004 gestartet. Sie soll den 480 Mill. Kilometer entfernten Kometen Tschurjumow-Gerasimenko 2014 erreichen und ihn dann im Parallelflug auf seinem Weg in Richtung des inneren Sonnensystems folgen.

Wie schon im März 2005 nutzte der Satellit am Dienstag den Blauen Planeten, um über die Bewegung der Erde um die Sonne neue Energie zu „tanken“. „Durch das Manöver beschleunigt die Sonde um rund 10 000 Kilometer pro Stunde auf 126 000 Kilometer pro Stunde relativ zur Sonne“, sagte Andrea Accomazzo, Leiter der Mission im Europäischen Satellitenkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt. Dabei nutzten die Wissenschaftler das Gravitationsfeld der Erde auch, um die Flugbahn des Kometenjägers zu verändern.

Von der Mission, bei der erstmals ein Landegerät auf einem Kometen ausgesetzt wird, erhoffen sich die Wissenschaftler Erkenntnisse über die Anfänge des Planetensystems. Außerdem untersuchen sie, welche Rolle Kometeneinschläge bei der Entstehung des Lebens auf der Erde gespielt haben. Kometen gelten als kosmische Archive, da sich die fliegenden Berge aus Eis, Stein und Staub im Gegensatz zu den Planeten seit 4,6 Mrd. Jahren nicht verändert haben.

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